Trade Republic Kritik von Usern steigt – Eine zunehmende Zahl von Nutzern äußert deutliche Unzufriedenheit mit dem Neobroker Trade Republic. Im Fokus der Kritik steht vor allem der Kundenservice. Berichte über lange Wartezeiten, fehlende Reaktionen und problematische Kontosperrungen häufen sich – mit teils gravierenden Folgen für Betroffene.
Trade Republic: Kritik am Support reißt nicht ab
Neobroker wie Trade Republic werben mit einfacher Bedienung, niedrigen Gebühren und vollständig digitalen Prozessen. Für viele Anleger funktioniert das Modell reibungslos – solange alles planmäßig läuft. Doch sobald Probleme auftreten, zeigt sich nach Ansicht vieler Kunden eine zentrale Schwäche: der Support.
Mehrere Nutzer berichten, dass Anfragen über den In-App-Chat oder per E-Mail über Tage oder sogar Wochen unbeantwortet blieben. Eine telefonische Hotline existiert nicht. Rückmeldungen seien häufig unkonkret oder bestünden aus automatisierten Standardantworten, die nicht auf den konkreten Fall eingehen. Persönliche Ansprechpartner fehlen vollständig.
Versteckter Chat erschwert Kontaktaufnahme zusätzlich
Erschwerend kommt hinzu, dass viele Nutzer nach eigenen Angaben die Chat-Funktion von Trade Republic zunächst gar nicht finden. Der Zugang zum Kundenservice ist innerhalb der App vergleichsweise versteckt und nur über mehrere Menüpunkte erreichbar. Gerade in Stresssituationen – etwa bei Kontosperrungen oder finanziellen Problemen – stellt dies für viele Betroffene eine zusätzliche Hürde dar.
Mehrere Nutzer berichten, dass sie erst nach längerer Suche oder durch Hinweise aus Internetforen überhaupt erfahren hätten, wie der Support kontaktiert werden kann. Eine klar sichtbare Kontaktmöglichkeit oder ein direkter Support-Button fehlt. Kritiker werfen dem Neobroker vor, die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme bewusst oder unbewusst hoch zu halten.
In Kombination mit langen Antwortzeiten und automatisierten Rückmeldungen verstärkt die schwer auffindbare Chat-Funktion den Eindruck eines nur eingeschränkt erreichbaren Kundenservices – ein Umstand, der im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben kann.
Kontosperrungen sorgen für Existenzängste
Besonders kritisch werden Fälle geschildert, in denen Konten vorübergehend gesperrt wurden. In einzelnen Berichten geben Nutzer an, dass die Ursache auf einen technischen oder organisatorischen Fehler bei Trade Republic zurückzuführen gewesen sei. Dennoch sei es ihnen über Wochen nicht gelungen, eine Klärung herbeizuführen oder wieder Zugriff auf ihr Guthaben zu erhalten.
Die fehlende Erreichbarkeit des Supports verschärft die Situation zusätzlich. Mehrfaches Nachhaken führe oft zu keinem Ergebnis, Lösungen verzögerten sich erheblich.
Kontopfändungen: „Man ist aufgeschmissen“
Besonders schwerwiegend sind Berichte im Zusammenhang mit Kontopfändungen. Mehrere Nutzer schilderten, dass sie aufgrund finanzieller Engpässe Pfändungsbeschlüsse durch Gerichtsvollzieher oder Rechtsanwälte erhielten. Nach eigenen Angaben wurden sie darüber von Trade Republic zunächst nicht informiert. Auch auf wiederholte Kontaktversuche habe der Support wochenlang nicht reagiert.
Selbst nachdem offene Forderungen beglichen worden seien, habe die Entsperrung der Konten teilweise bis zu drei Monate gedauert. In einem dokumentierten Fall konnte laut Nutzerangaben selbst ein beauftragter Anwalt Trade Republic weder postalisch noch per Fax über Wochen erreichen. Das Konto blieb währenddessen vollständig gesperrt.
BYC-News wurden entsprechende Unterlagen vorgelegt, aus denen die geschilderten Abläufe hervorgehen.
Günstig – aber mit Risiken
Trade Republic zählt zu den größten Neobrokern in Deutschland und verwaltet Milliardenbeträge. Die aktuellen Berichte werfen jedoch die Frage auf, ob der stark digitalisierte Ansatz im Ernstfall ausreichend ist. Für viele Kunden ist der niedrige Preis attraktiv – doch fehlende Erreichbarkeit und langsame Reaktionszeiten können im Problemfall erhebliche finanzielle und persönliche Konsequenzen haben.
Ob Trade Republic seinen Kundenservice künftig ausbaut, bleibt abzuwarten. Der öffentliche Druck sowie auch der von Verbraucherschützern nimmt jedenfalls zu.
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