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Sind keimende Kartoffeln noch genießbar?

In vielen Haushalten tauchen sie früher oder später auf: Kartoffeln mit kleinen Keimen in der Vorratskiste. Vor allem bei längerer Lagerung oder ungünstigen Bedingungen beginnen die Knollen auszutreiben. Doch was bedeutet das für den Verzehr – sind keimende Kartoffeln noch genießbar oder ein Fall für den Biomüll?

Warum Kartoffeln keimen

Das Keimen ist ein natürlicher Vorgang. Botanisch betrachtet ist die Kartoffel ein Speicherorgan, das Nährstoffe für das Wachstum einer neuen Pflanze bereithält. Treffen bestimmte Faktoren zusammen, wird dieser Prozess in Gang gesetzt.

Licht, Wärme und Feuchtigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Bereits schwaches Restlicht im Vorratsschrank kann die Knolle zur Bildung wachstumsfördernder Stoffe anregen. Temperaturen über etwa sieben bis zehn Grad Celsius verstärken den Effekt zusätzlich. Hinzu kommt die Lagerdauer: Mit der Zeit bauen Kartoffeln natürliche Hemmstoffe ab, die das Keimen verzögern sollen. Besonders in der Heizperiode treiben Kartoffeln daher häufig aus.

Sind keimende Kartoffeln noch essbar?

Die Antwort fällt differenziert aus – es kommt auf den Zustand der Knolle an. Wie auf dem obigen Bild zu sehen, sollte man stark keimende Kartoffeln nicht mehr essen.

Kurztriebige Kartoffeln
Weisen Kartoffeln nur kurze Keime von bis zu etwa einem Zentimeter auf und zeigen keine grünen Stellen, können sie nach dem Entfernen der Triebe und gründlichem Schälen noch verwendet werden. Nach Angaben der AOK sind die Gehalte an Glykoalkaloiden in solchen Fällen in der Regel unkritisch.

Glykoalkaloide sind natürliche Bitterstoffe der Kartoffelpflanze. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) handelt es sich dabei vor allem um α-Solanin und α-Chaconin, die in höheren Konzentrationen gesundheitsschädlich sein können.

Stark gekeimte oder grüne Kartoffeln
Sind die Keime deutlich länger, treten zahlreiche Sprossen auf oder ist die Schale grün verfärbt, raten Fachstellen vom Verzehr ab. Gleiches gilt für weiche, schrumpelige oder beschädigte Knollen. Erhöhte Glykoalkaloidgehalte können laut BfR Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall verursachen. In Einzelfällen werden auch neurologische Symptome beschrieben.

So bleiben Kartoffeln länger haltbar

Um das Keimen möglichst zu verzögern, sollten Kartoffeln dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen vier und sechs Grad Celsius, etwa in einem ungeheizten Keller oder einer kühlen Speisekammer. Licht begünstigt sowohl die Keimung als auch die Bildung grüner Stellen und sollte daher vermieden werden.

Geeignet sind luftdurchlässige Kisten, Körbe oder Papiersäcke, in denen sich keine Feuchtigkeit staut. Von der Lagerung in der Nähe von Äpfeln, Birnen oder Zwiebeln ist abzuraten, da diese Ethylen oder Feuchtigkeit abgeben und den Alterungsprozess beschleunigen. Regelmäßiges Durchsehen des Vorrats hilft, angefaulte oder keimende Knollen frühzeitig auszusortieren – und verlängert so die Haltbarkeit der übrigen Kartoffeln.

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