Während die Stadt Mainz weiterhin vor allem auf Aufklärung und freiwillige Rücksichtnahme setzt, gingen die Ortsvorsteher von Mainz-Gonsenheim und Mainz-Mombach gemeinsam mit engagierten Unternehmern einen entscheidenden Schritt weiter. Ihr Ziel ist eindeutig: weniger Lärm, mehr Schutz für Tiere rund um den Wildpark und das Tierheim Mainz. Deshalb trafen sie sich am Dienstagnachmittag, 30. Dezember 2025, am Wildpark Mainz-Gonsenheim, um konkrete Maßnahmen für die Silvesternacht festzulegen.
Zwei Ortsvorsteher, ein gemeinsames Ziel
Josef Aron (Grüne), Ortsvorsteher von Mainz-Gonsenheim, und Christian Kanka (SPD), Ortsvorsteher von Mainz-Mombach, machten deutlich, dass Tierschutz keine Parteigrenzen kennt. Gemeinsam setzten sie sich aktiv dafür ein, das bestehende Böllerverbot in sensiblen Bereichen zumindest praktisch umzusetzen. Dabei betonten beide, dass Ortsvorsteher eine besondere Verantwortung tragen. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, stehen im engen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern und können schnell reagieren, wenn Hilfe nötig ist. Genau diese Nähe zur Bevölkerung machte ihr gemeinsames Engagement möglich.
Unternehmer unterstützen mit Personal und Know-how in Mainz
Zusätzliche Unterstützung erhielten die Ortsvorsteher von zwei Unternehmern aus dem Rhein-Main-Gebiet. Alex Ott, Geschäftsführer der Mainzer Firma Soundline, sowie Jonas Stadler vom Wächter Sicherheitsdienst aus Mainz, sorgten dafür, dass aus guten Absichten konkrete Maßnahmen wurden. Die Gesamtkosten von rund 2.000 Euro tragen gemeinschaftlich die Firma Soundline aus Mainz, die Halle 45 sowie das Frankfurter Unternehmen Wächter. Am Gonsenheimer Wildpark kommen in der Silvesternacht vier Sicherheitsmitarbeiter zum Einsatz, die im näheren Umfeld des rund 3,1 Hektar großen Areals auf das Böllerverbot hinweisen. Zusätzlich postiert der Sicherheitsdienst zwei Mitarbeiter am Tierheim in der Zwerchallee, die gezielt das Gespräch suchen und auf die besondere Schutzbedürftigkeit der Tiere aufmerksam machen.
Engagement aus Überzeugung
Dabei steht nicht Kontrolle, sondern Prävention im Vordergrund. Die eingesetzten Sicherheitskräfte informieren, sensibilisieren und deeskalieren. Ziel ist es, Konflikte zu vermeiden und zugleich ein klares Zeichen für Rücksichtnahme zu setzen. Auch Manuela Müller-Horn, Vorsitzende des Fördervereins Wildpark Mainz-Gonsenheim, begrüßte das Engagement ausdrücklich. Sie wies darauf hin, dass zusätzlich zwei Mitarbeiter des Grünamtes in Bereitschaft stehen, falls es im Wildpark zu Zwischenfällen kommen sollte. Das Zusammenspiel von Ehrenamt, Wirtschaft und Kommunalpolitik sende ein starkes Signal.
Grenzen des Rechts – Stärke des lokalen Handelns
Ein gesetzlich bindendes, umfassendes Feuerwerksverbot ist derzeit nicht umsetzbar, da die bestehende Rechtslage ein solches Verbot allein aus Gründen des Tierschutzes nicht zulässt. Aus diesem Grund entschieden sich die Ortsvorsteher und Unternehmer bewusst für ein freiwilliges und eigenverantwortliches Vorgehen. Josef Aron betonte zudem, dass Bund und Länder künftig stärker gefordert seien, um den rechtlichen Rahmen zu ändern. Mit ihrem Handeln zeigen die Beteiligten jedoch, dass auch ohne rechtliche Verpflichtungen viel erreicht werden kann – vorausgesetzt, Verantwortliche ergreifen die Initiative. Das gemeinsame Engagement verdeutlicht: Tierschutz beginnt auf lokaler Ebene und lebt vom Einsatz der Menschen vor Ort.
Appell an die Bürgerinnen und Bürger
Abschließend richten die Ortsvorsteher und Unternehmer einen klaren Appell an die Bevölkerung: Feuerwerk ist ausschließlich am 31. Dezember 2025 und am 1. Januar 2026 erlaubt. Außerhalb dieses Zeitraums drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Vor allem aber bitten sie um freiwillige Rücksichtnahme. Wer rund um Wildpark und Tierheim auf Böller verzichtet, schützt Tiere vor Stress und Angst – und trägt zu einem ruhigeren, verantwortungsvolleren Start ins neue Jahr bei.
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