Der Blick in den Kalender für das Jahr 2026 sorgt für gemischte Gefühle. Während einerseits viele Beschäftigte zur Kenntnis nehmen müssen, dass mehrere Feiertage auf Wochenenden fallen, so reibt sich die Wirtschaft andererseits die Hände. Denn mehr reguläre Arbeitstage gelten als Konjunkturtreiber, der leise aber wirksam ist. Leider bringt die Konstellation der Feiertage im Jahr 2026 deshalb auch eine alte Debatte zurück.
Ein Jahr, in dem es ungewöhnlich viele Arbeitstage gibt
Für Arbeitnehmer mag es nach einem Nachteil klingen, von Ökonomen wird es als positiver Impuls gewertet: Im Jahr 2026 fallen auffällig viele gesetzliche Feiertage auf Samstage oder Sonntage. Das führt in weiterer Folge dazu, dass die Beschäftigten im bundesweiten Durchschnitt mehr reguläre Werktage als zuletzt leisten müssen. Sieht man sich die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes an, so wird es in Deutschland im Jahr 2026 durchschnittlich 250,5 Arbeitstage geben. Damit liegt der Wert um 2,4 Tage höher als im Jahr 2025, in dem es nur 248,1 Arbeitstage gab – der niedrigste Stand seit dem Jahr 2019.
In den aktuellen Wachstumserwartungen für das Jahr 2026 haben Fachleute den Kalendereffekt bereits eingepreist. Nach mehreren schwachen Jahren gehen viele Institute davon aus, dass es wieder einen leichten Aufschwung gibt. Sieht man sich die aktuellen Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt 2026 an, so wird das Wirtschaftswachstum zwischen 0,9 Prozent und 1,3 Prozent betragen.
Hinter diesen Zahlen steckt auch eine ganz einfache Faustregel: Ein zusätzlicher Arbeitstag kann das Bruttoinlandsprodukt um etwa 0,1 Prozentpunkte erhöhen. Nach den Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft entspricht das einem Volumen von bis zu 8,6 Milliarden Euro. Eine Rechnung, die vor allem in Zeiten knapper Kassen besondere Aufmerksamkeit bekommt.
Sollen Feiertage gestrichen werden?
Angesichts der hohen Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz flammt deshalb eine alte Diskussion auf: Sollte Deutschland gesetzliche Feiertage streichen, damit die Wirtschaftsleistung erhöht werden kann? Es gibt bereits einige führende Stimmen aus Wirtschaft und Wissenschaft, die das für einen ernsthaften Ansatz halten.
Die Vorstandsvorsitzende des Lasertechnik-Unternehmens Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, hat erst vor kurzem die Abschaffung des Ostermontags vorgeschlagen. Ihr Argument: „Wir haben die meisten Feiertage und im Durchschnitt die meisten Krankheitstage“. Diese Aussage hat Leibinger-Kammüller gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ getätigt.
Auch der DIHK-Präsident Peter Adrian hat sich für weniger arbeitsfreie Tage ausgesprochen, um die Leistungsfähigkeit des Standorts zu stärken. Diese Position wird unter andere auch von der Ökonomin Monika Schnitzer unterstützt, die als eine der sogenannten Wirtschaftsweisen die Streichung eines Feiertags zur Finanzierung außergewöhnlicher Belastungen gutheißt.
Gewerkschaften und Forscher halten dagegen
Arbeitnehmervertreter und wirtschaftsnahe Institute warnen jedoch auf der anderen Seite vor zu einfachen Schlussfolgerungen. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung verweist etwa auf eine Analyse mehrerer Fälle, in denen Feiertage erhalten oder sogar neu eingeführt wurden.
In mehr als der Hälfte aller untersuchten Beispiele habe sich die wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Bundesländern anschließend als wesentlich günstiger dargestellt. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK, zieht ein klares Fazit daraus: „Die Gleichung ‚Wenn Feiertage wegfallen, steigt das Wachstum’ geht offensichtlich nicht auf“.
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hat daran erinnert, dass die Abschaffung des Buß- und Bettags im Jahr 1995 „keinen nennenswerten Effekt“ auf die wirtschaftliche Entwicklung gehabt hat. Zudem seien arbeitsfreie Tage ein durchaus wichtiger Faktor für Erholung, Motivation und für die langfristige Produktivität.
Selbst das Statistische Bundesamt hat darauf hingewiesen, dass der konjunkturelle Effekt zusätzlicher Arbeitstage sehr stark vom Zeitpunkt im Jahr abhängt. Fällt nämlich der zusätzliche Arbeitstag in eine Phase, in der viele Betriebe ohnehin nur eingeschränkt arbeiten, so verpufft der Effekt beinahe zu 100 Prozent.
„Zwischen Heiligabend und Neujahr ruht die wirtschaftliche Tätigkeit in vielen Branchen ohnehin weitgehend. Ein zusätzlicher Arbeitstag hat dann weniger Einfluss auf das BIP, als wenn der 1. Mai oder der 3. Oktober auf ein Wochenende fallen.“ Diese Einordnung macht sehr wohl deutlich, warum reine Kalendermathematik am Ende nicht ausreichend ist. Das muss natürlich auch die Politik berücksichtigen. Denn schließlich werden die Politiker das letzte Wort haben.
Tatsächlich weiß man, dass das eine unpopuläre Maßnahme wäre. Aber die Politik hat immer wieder fragwürdige Gesetze beschlossen. Unter anderem den deutschen Glücksspielstaatsvertrag, der am Ende durch zu viele Vorschriften den Spielspaß um fast 100 Prozent reduziert hat. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Spieler heute nach Anbietern suchen, die keine LUGAS Kontrolle und ohne vorgeschriebene Maximaleinzahlung pro Monat auskommen, dafür aber Live Casino anbieten. Eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrages würde wohl auch dazu führen, dass mehr Einnahmen in dieser Branche erzielt werden, die auch im Land bleiben. Denn sieht man sich die aktuellen Zahlen an, so fließt die Hälfte der Umsätze der Glücksspielbranche ins Ausland.
Feiertage sind nicht überall gleich geregelt
In Deutschland gibt es bundesweit neun gesetzliche Feiertage. Dazu zählen unter anderem Neujahr, der Tag der Deutschen Einheit sowie die beiden Weihnachtsfeiertage. Darüber hinaus existieren zahlreiche regionale Regelungen, die je nach Bundesland variieren.
Aus diesem Grund wird mit Durchschnittswerten gearbeitet, die Nachkommastellen enthalten. Den höchsten Wert an Arbeitstagen verzeichnete Deutschland im Jahr 2004 mit 252,8, den niedrigsten Wert 1991 mit 246,9.
Im Jahr 2026 fallen mehrere wichtige Feiertage auf Wochenenden. Dazu gehören der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember. Allerheiligen, das in mehreren west- und süddeutschen Bundesländern ebenfalls ein Feiertag ist, fällt auf einen Sonntag.
Das Kalenderjahr 2026 liefert der deutschen Wirtschaft also deswegen einen kleinen Schub, ohne dass politische Entscheidungen nötig wären. Doch die Debatte um die Feiertage zeigt, wie komplex das Zusammenspiel von Arbeitszeit, Produktivität und Wachstum ist. Letztlich werden aber mehr Arbeitstage allein keinen nachhaltigen Aufschwung garantieren.





