Der bekannte Krypto-Analyst Geoffrey Kendrick hat eine interessante Diskussion angestoßen: In seiner jüngsten Marktanalyse hat er nämlich prognostiziert, dass der Bitcoin nie wieder unter die Marke von 100.000 US Dollar fallen wird, vorausgesetzt, die politische und geldpolitische Lage spielt mit. Entscheidend seien hier in erster Linie Entspannungssignale im Konflikt zwischen den USA und China, ein weicher Kurs der US Notenbank sowie anhaltend starke Zuflüsse in ETFs. Er ist überzeugt, dass strukturelles Kapital kurzfristige Spekulation als dominierende Kraft des Marktes ersetzen wird.
Bitcoin befindet sich auf einem neuen Fundament
Geoffrey Kendrick ist der Ansicht, dass sich in der aktuellen Marktphase mehrere kurzfristige Impulse zu einem dauerhaften Aufwärtstrend verdichten könnten. Der Analyst verweist dahingehend etwa auf den immer größer werdenden Einfluss institutioneller Investoren, die über Spot Bitcoin ETFs in den Markt strömen und in weiterer Folge eine neue Form von Stabilität erzeugen. Anders als im letzten Zyklus, in dem Halvings und Retail-Spekulation die Haupttreiber waren, sieht Kendrick diesmal die Zuflüsse der großen Vermögensverwalter als den entscheidenden Faktor schlechthin.
Ein paar Tagen vor seiner Meinung, der Bitcoin werde nicht mehr unter 100.000 US Dollar fallen, hat er noch das Gegenteil behauptet: Ein Rücksetzer unter 100.000 US Dollar sei durchaus wahrscheinlich und könne die „letzte Gelegenheit“ für Käufe im fünfstelligen Bereich bieten. Nun hat sich seine Sicht um 180 Grad gedreht. Jetzt spricht der Analyst von einer „neuen Preisbasis“.
Zuflüsse in ETFs und die wachsende Kluft zu Gold
Im Zentrum seiner Analyse steht die Entwicklung der ETF-Ströme. Kendrick ist etwa davon überzeugt, dass die massiven Zuflüsse in Spot Bitcoin ETFs den traditionellen Halving Zyklus als wichtigsten Preistreiber längst abgelöst haben. Als Beleg führt er unter anderem aktuelle Zahlen von CoinShares an: Allein in der Woche bis zum 27. Oktober sind um die 931 Millionen US Dollar netto in Krypto-Investmentprodukte geflossen. Der Großteil in Bitcoin.
Während Bitcoin also frische Mittel angezogen hat, verzeichneten US Gold ETFs Abflüsse von mehr als 2 Milliarden US Dollar. Ein erster Hinweis, dass institutionelle Anleger Kapital aktiv aus dem Edelmetall in digitale Alternativen umschichten. Besonders aufschlussreich sei in diesem Zusammenhang auch das Verhältnis zwischen Bitcoin- und Gold-Marktkapitalisierung. Steigt die sogenannte Bitcoin-Gold-Ratio über einen Wert von 30, sieht Kendrick hier das Zeichen, dass die Investoren in Richtung Risiko gehen. Das würde bedeuten, der Markt sei wieder bereit, Kapital in volatilere, aber wachstumsstärkere Anlagen umzulenken.
Aber nicht große Investoren befassen sich mit der Kryptowährung Bitcoin. Schließlich hat sich der Bitcoin innerhalb der letzten Jahre vom Spekulationsobjekt zum Zahlungsmittel entwickelt. Vor allem in den Bereichen privater Transaktionen und Online Glücksspiel. Es gibt immer mehr Online Casinos, die Bitcoin als Zahlungsmethode anbieten – hier klicken, um eine Übersicht zu bekommen. Denn die Vorteile überwiegen hier durchaus: Die Transaktion mit Bitcoin ist sicher, anonym und erfolgt in Echtzeit.
Grenzen der These und Marktrealität
Doch die Einschätzung des Analysten ist nicht ganz ohne Widerspruch. Selbst Befürworter seiner Modelle weisen darauf hin, dass die Aussage „nie wieder unter 100.000 US Dollar“ äußerst gewagt ist. Schließlich hängt Kendricks Argumentation an einer Reihe kurzfristiger Ereignisse.
Hinzu kommt, dass die Kapitalflüsse in ETFs weiterhin stark schwanken. Auf Wochen mit Milliardenzuflüssen folgen regelmäßig Phasen mit deutlichen Abflüssen. Diese Volatilität deutet darauf hin, dass die großen Player zwar durchaus Geld investieren, aber weiterhin flexibel bleiben. Der Kurs des Bitcoin selbst bewegt sich momentan stabil über 100.000 US Dollar, Korrekturen sind dennoch jederzeit möglich.
Ausblick: Was passiert, wenn die 100.000 US Dollar-Marke hält
Wenn Kendricks Prognose eintreffen sollte, hätte das weitreichende Folgen über den Bitcoin hinaus. Ein dauerhaftes Niveau über 100.000 US Dollar könnte neue Kapitalströme in den gesamten Kryptomarkt auslösen. Typischerweise fließt überschüssige Liquidität nach einer Bitcoin Rallye in große Altcoins – beispielsweise in Ethereum (ETH), das mit seinen genehmigten Spot-ETFs institutionelle Anleger anzieht. Auch Solana (SOL) gilt derzeit als Favorit für eine mögliche Anschlussrallye im DeFi- und Gaming-Sektor.
Langfristig würde ein stabiler Bitcoin über der sechsstelligen Marke zudem psychologisch wirken: Für viele institutionelle Investoren wäre dies die Bestätigung, dass Kryptowährungen eine dauerhafte Anlageklasse darstellen und keine spekulative Randerscheinung mehr.

