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Herstellung von Kristallglas

Kristallglas ist hochqualitatives Glas. Aufgrund seiner spezifischen Zusammensetzung sowie seines Herstellungsverfahrens erhält diese Glasart ihre unvergleichlichen Eigenschaften. In der Regel findet der Herstellungsprozess per Hand statt. Kristallglas erfreut sich insbesondere wegen seines überaus hohen Reinheitsgrades großer Beliebtheit.

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Was ist Kristallglas?

Kristall Glas ist auch als Hart-, Kron- oder Spiegelglas bekannt. Dieses spezielle farblose Glas enthält meist Metallionen oder Metalloxide, wie Zinn- oder Bleioxid. Kommt in ihm Bleioxid vor, sprechen wir auch von Flintglas. Durch den Zusatz dieser Substanzen erhält Kristallglas einen höheren Brechungsindex und dadurch eine andere Lichtbrechung.

Charakteristisch für Kristallglas ist neben seiner Klarheit ebenso seine spezielle Brillanz und Transparenz.

Wie läuft der Herstellungsprozess von Kristallglas ab?

Die Herstellung von Kristallglas findet im Allgemeinen in renommierten Glasmanufakturen oder speziellen Fabriken statt. Hier arbeiten ausschließlich erfahrene Glasbläser wie Glasschleifer, die kunstvoll per Hand das Glas formen und anschließend veredeln.

Wichtigste Rohstoffe zur Kristallglasherstellung sind Pottasche und Sand. Durch das Mischen von Rohstoffen höchster Qualität bildet sich Kristall. Dazu sind Kalk, Metalloxide und Quarzsand oder Metallionen, wie beispielsweise Zinnoxid oder Bleioxid, vonnöten. In Glashütten erfolgt das Schmelzen des Glases bei extrem hohen Temperaturen über 1400 °C in speziellen Schmelzöfen. Die Glut in den Öfen erlischt nie, sodass Schmelzöfen allgemein mehrere Jahre betriebsbereit sind. In ihnen finden zwischen 600 und 900 Kilogramm Glas Platz.

Wichtigster Mitarbeiter beim Produzieren von Glas ist der sogenannte Kölbelmacher. Mittels einer Glasmacherpfeife bläst er akkurat Luft in den heißen Glastropfen. Die so entstandene leuchtende Blase bezeichnen Glasmacher als Kölbel. Mit diesem Kölbel entnehmen Glasbläser aus dem heißen Ofen die Glasmenge, die zur weiteren Verarbeitung notwendig ist. Nach der Entnahme blasen sie die Glasmenge vorsichtig in Metall- oder Holzformen. Damit dies gelingt ist ein präzises Einsenken der Glasmacherpfeife in das zähe Glas erforderlich. Unter stetigem Drehen der Form bläst der Glasmacher solange flüssiges Glas in die Form, bis diese schließlich die gewünschte Form angenommen hat.

An den Schmelzprozess schließt sich die allmähliche Abkühlung an. Während des Abkühlens entsteht ein regelmäßiges Kristallgitter in dem Glas.

Noch in heißem Zustand dekorieren Glasmacher das Glas. Um höchsten Anforderungen an Kristallglas gerecht zu werden, setzt die Glasherstellung langjährige Erfahrungen und ein hohes Geschick der Glasmacher voraus.

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Besondere Variante des Glasblasens

Eine Variation beim Herstellen von Kristallglas ist das Optisch-Blasen, was eine spezifische Technik mit langer Tradition ist. Dabei dekoriert der Glasmacher das Glas, solange es noch heiß ist. Dabei wird der das heiße Glas umfassende Kölbel in spezielle zylindrische Form gegeben, wo der Glasbläser beliebige Muster einprägt. So entstehen bekannte Effekte, wie ein innen geripptes Muster, die der Glasmacher anschließend in die endgültige Glasform einbläst.

Dreht dieser nun in schnellen Bewegungen die halbfertige Glasmasse in einer einzigen Richtung, so entstehen einzigartige Längsrippen im Kristallglas. Dadurch entstehen eine wahre optische Schönheit und edle Effekte, mit denen das Dekor zusätzlich hervorgehoben wird.

Was legt das Kristallglas-Kennzeichnungsgesetz fest?

Das Kristallglas-Kennzeichnungsgesetz regelt, welche Inhaltsstoffe im Glas vorkommen müssen, um später als Kristallglas bezeichnet zu werden. Nach diesem Gesetz gilt Kristallglas ausschließlich dann als solches, wenn

  • wenigstens zehn Prozent von Bleioxid, Bariumoxid, Zinkoxid oder Kaliumoxid darin vorkommen,
  • mindestens Kaliumoxid, Bariumoxid oder Bleioxid gesamt oder allein enthalten sind,
  • die Glasoberfläche nach dem Vickers-Standard eine Härte von 550 +- 20 aufweist,
  • ein Brechungsindex von wenigstens 1,52 vorliegt.

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