Seit 55 Jahren unterstützt die Fahndungssendung Aktenzeichen XY im ZDF die Verbrechensbekämpfung in Deutschland. Nicht selten gibt es dabei Belohnungen für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen. Insgesamt 14,5 Millionen Euro an Hinweisprämien wurden Zeugen und Zeuginnen seit der ersten Folge am 20. Oktober 1967 versprochen. Für welche Tatbestände es die höchsten Belohnungen gibt, hat die Verbraucherrechtskanzlei rightmart Rechtsanwälte anlässlich der kommenden, für dieses Jahr bisher letzten und damit 55. Jubiläumsfolge Aktenzeichen XY am 1. Juni 2022 herausgefunden. Die größten Summen gibt es dabei für Hinweise, die zur Aufdeckung eines Verbrechens im Zusammenhang mit einem Mord und zur Ergreifung der flüchtigen RAF-Terroristen führen.


Die höchste Summe an Hinweisprämien gibt es bei Mordfällen

Beim Betrachten aller bei Aktenzeichen XY behandelten Fälle führen Morde, Raubdelikte und Überfälle zu den höchsten Belohnungen. Die 736 vorgestellten Mordfälle vereinen insgesamt eine Belohnungssumme von knapp 4,5 Millionen Euro. Für die Aufklärung der 1.201 Raubüberfälle versprachen die Strafverfolgungsbehörden mehr als 2,9 Millionen Euro. Die 667 Überfälle kommen in Summe auf eine Hinweisprämie von über 2,6 Millionen Euro.

Deutlich geringere Summen – allerdings  auch weitaus niedrigere Fallzahlen – wurden bei den Straftaten Scheckbetrug, Drogenhandel und Zwangsprostitution registriert. Insgesamt sechs Fälle mit einer kumulierten Belohnung von ca. 4.600 Euro hat es für das Verbrechen des antiquiert wirkenden Scheckbetrugs gegeben. Für den Handel mit Betäubungsmitteln wurde bei fünf Fällen eine Summe von 3.060 Euro als Hinweisprämie für Zeugen und Zeuginnen versprochen. Die geringste Summe im Ranking wurde für einen vorgestellten Fall von Zwangsprostitution mit einer Belohnung von 3.000 Euro ausgelobt.

Diese Straftaten führen durchschnittlich zu den höchsten Belohnungen für Hinweise

Glatte 100.000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung von Verbrechern führen, ist die höchste Summe, die Zeugen und Zeuginnen erwarten können. Diese winkt der aufmerksamen Bevölkerung für Hinweise, die zur Ergreifung der Anstiftern zum Mord an Ronny G im Jahr 2010 führen. Gleichauf ist dieser Mord mit dem berüchtigten Terroristen-Trio der Roten Arme Fraktion (RAF). Für Hinweise, die zur Ergreifung der seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts flüchtigen Personen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette führen, gibt es neben 80.000 Euro der Polizei zusätzliche 20.000 Euro aus  privater Hand. Durchschnittlich ca. 40.110 Euro – und damit weniger als halb so viel  – werden Zeugen und Zeuginnen für Hinweise versprochen, die bei der Auflösung eines Entführungsfalls helfen. In den mehr als 500 Folgen wurden 17 Entführungsfälle behandelt. Knapp 16.000 Euro und damit die dritthöchste Prämie gibt es im Schnitt für Tipps, die zum Aufspüren von Verbrechern führen, die sich einer räuberischen Erpressung schuldig gemacht haben. In der Geschichte der Fahndungssendung  wurden insgesamt sechs Fälle dieser Art behandelt.

Verbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel wurden im Laufe der mehr als 500 Sendungen lediglich fünf Mal thematisiert. Zeugen und Zeuginnen können hier eine durchschnittliche Entlohnung von 612 Euro und damit die geringste Hinweisprämie erwarten. Eine ähnlich  geringe Summe in Höhe von 765 Euro verteilt sich auf sechs Delikte im Zusammenhang mit Scheckbetrug. Auf dem drittletzten Platz landen  die 103 behandelten Vergewaltigungen mit jeweils 969,32 Euro für Tipps zur Ergreifung der Täter.