Ein Merkmal der Kindheit ist die Unbeschwertheit. Doch diese wurde unzähligen Kindern in der Katstrophenregion im nördlichen Rheinland-Pfalz binnen weniger Stunden komplett genommen. Viele von Ihnen haben durch die Flutkatastrophe alles verloren. Neben Spielsachen, Kuscheltieren und vielen anderen lapidaren Alltagssachen fehlt den Kindern am meisten das unbekümmerte Miteinander.

15 Kinder und Jugendliche in Nieder-Olm

Dieses Erlebnis konnten am gestrigen Mittwoch eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen aus dem Ahrtal im rheinhessischen Nieder-Olm wieder einmal genießen. Einfach mal für ein paar Stunden abschalten und nur Kind sein zu können. Dieses ermöglichte die Mainzer Hüpfburgen GbR gemeinsam mit der Stadt Nieder-Olm 15 Kindern, die sich zusammen mit vier Betreuern den ganzen Tag im Hüpfburgenpark austoben konnten.

Viele Kinder noch traumatisiert

„Ursprünglich war vorgesehen, dass knapp 50 Kinder mitkommen sollten, doch gab es letztendlich viele Absagen, da etliche betroffene Kinder noch so stark traumatisiert sind und noch nicht so weit waren, mitfahren zu können“, so Karen Meyer von dem Pfadfinderstamm schwarzer Adler e.V. aus Ahrweiler. Für den Verein, der selbst von der Flutkatastrophe stark betroffen ist, war es jedoch wichtig so vielen Kindern wie möglich mit der Reise nach Nieder-Olm helfen zu können, ganz gleich ob Pfadfinderkind oder nicht.

Ausgelassenheit war bei dem Ausflug zum Nieder-Olmer Hüpfburgen-Park oberstes Gebot | Foto: Karen Meyer

Highlight Schaumkanone, Wasserrutsche und Traktor

Ein Highlight für die Kids war neben der Schaumkanone die lange Wasserrutsche. „Schau mal, mein Bändchen ist Nass geworden und abgegangen. Aber es ist ja normales Wasser und kein doofes Hochwasser“, kam ein Kind lachend zu den Organisatoren der Mainzer Hüpfburgen Gbr. Positive Erinnerungen wurden bei den Kindern auch am großen „Hüpfburgen-Traktor“ wach. Denn auch sie haben erlebt, dass es gerade die Landwirte, auch aus Rheinhessen waren, die nach der Katastrophe in ihren Heimatgemeinden als erste vor Ort waren und mit ihren Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen geholfen haben.

Präsente zum Abschluss

Zum Abschluss des Tages gab es für jedes Kind noch ein Präsent mit auf die Heimreise | Foto: Karen Meyer

Große glänzende Augen gab es zum Schluss des Tages. Für jedes mitgereiste Kind gab es kurz vor der Abreise eine Überraschungstüte, welche von Paten dieses Tages zusammengestellt und gespendet wurde. Mit einem breiten Strahlen im Gesicht zeigten die Kinder und Jugendlichen dann auch auf der Heimfahrt im Bus ganz stolz ihre Geschenke rum.