Eine am Freitag (13. Oktober 2022) vom NABU Wiesbaden veröffentlichte Online-Karte zeigt erstmals den Grad der Ausbreitung invasiver Pflanzen in den Naturräumen Wiesbadens. Invasive Tier- und Pflanzenarten sind eine der Hauptursachen von Artenschwund und Biotopverlusten. Laut NABU stellt die Invasion von Neophyten eine rasch wachsende Bedrohung für die landschaftlich als auch ökologisch besonders wertvollen Naturschutzgebiete und Bachtäler Wiesbadens dar.

Sofortige und wirksame Schutzmaßnahmen erforderlich

„In den Naturräumen im nördlichen und östlichen Stadtgebiet ist die Ausbreitung von gebietsfremden Pflanzen wie dem Drüsigen Springkraut und dem Japanischen Staudenknöterich schon weit fortgeschritten. Das Naturschutzgebiet Rabengrund ist akut bedroht und für den schon weiträumig von Neophyten dominierten Goldsteinbach kommt wohl jede Hilfe zu spät. Im Westen Wiesbadens ist die Neophytenausbreitung dagegen meist noch gering und lokal begrenzt,“ so Manfred Krautter, Ansprechpartner des NABU zu invasiven Neophyten. „Um wenigstens diese artenreichen Naturräume zu schützen, sind sofortige und wirksame Schutzmaßnahmen durch die zuständigen Behörden erforderlich,“ fordert Peter Siersleben, Vorsitzender des NABU Wiesbaden.

Das von NABU und EcoAid erstellte Monitoring umfasst 13 Naturschutzgebiete und Bachtäler der Landeshauptstadt. Es zeigt und bewertet die Ausbreitung von Neophyten und den Grad der Gefährdung für die heimische Natur. In vier der 13 Naturräume haben gebietsfremde Pflanzen die heimische Flora bereits weiträumig verdrängt. In sechs der Schutzgebiete stehen die Chancen, eine Neophyteninvasion aufzuhalten, dagegen noch gut. Voraussetzung dafür ist laut NABU aber ein wirksames Monitoring und die sofortige Bekämpfung erster Ansiedlungen der Neophyten. Der NABU hat seinerseits in diesem Jahr erste Schutzprojekte am Lippbach und im Weilburger Tal initiiert und beim Umweltamt beantragt, diese fortführen zu dürfen.

“Die meisten Neophyten sind leicht zu erkennen und im Frühstadium auch mit einfachen Mitteln gut zu bekämpfen, “so Krautter. „Wie das geht, dazu gibt es Empfehlungen des HLNUG. Der NABU bietet zudem Informations- und Aktionstage an.“ Wer auf invasive Pflanzen stößt, kann diese beim NABU melden, am einfachsten mit einem Smartphone-Foto, das die Geodaten enthält.