Am Donnerstag (29. September 2022) wurde die Feuerwehr und der Rettungsdienst Wiesbaden gegen 14.35 Uhr in eine Apotheke in die Wiesbadener Bleichstraße alarmiert. Im Zuge einer Überprüfung von Chemikalien durch einen Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt fiel eine Veränderung an einer Flasche mit Pikrinsäure auf.

Großeinsatz und Sperrung der Bleichstraße

Pikrinsäure ist ein gelber kristalliner Feststoff. Sie wird als kraftvoller Explosivstoff und starkes Oxidationsmittel bei Raketenbrennstoffen, Streichhölzern, Lederverarbeitungstechniken, Metallgravurverfahren und Batterien verwendet. Sie dient auch zum Färben von Stoffen oder Glas.

Aufgrund der Veränderung der Substanz wurde umgehend die Feuerwehr informiert.
Durch die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei erfolgte eine umfangreiche Erkundung, Stoffrecherche unter anderem in Gefahrstoffdatenbanken, bei einer Fachfirmen der Chemischen Industrie sowie durch einen Fachberater Chemie der Feuerwehr Wiesbaden vor Ort, parallel wurde der Nahbereich der Apotheke geräumt und die Bleichstraße gesperrt. Einsatzkräfte des Rettungsdienstes standen ebenfalls vorsorglich zur Absicherung der Einsatzkräfte bereit.

Da es sich bei Pikrinsäure um einen Stoff mit Eigenschaften eines Explosivstoffes handelt der auf Schlag, Drucke oder Erwärmung reagiert wurde die zuständige Fachabteilung des Hessischen Landeskriminalamtes zeitnah angefordert. Die Substanz wurde zu keiner Zeit bewegt, somit handelte es sich hier um eine statische Lage, von der außerhalb des betroffenen Raumes in dem sich die Substanz befand keinerlei Gefahr ausging.
Nach dem Eintreffen der Polizeispezialkräfte erfolgte eine weitere Inaugenscheinnahme der Substanz.

Entschärfer der Polizei sprengten das Behältnis

Anschließend erfolgte der Entschluss durch die Sprengstoffexperten das betreffende Behältnis mit Pikrinsäure auf die Straße zu verbringen und gesichert zu sprengen. Nach einigen Vorbereitungen erfolgte die Bergung des Behältnisses sowie die anschließende Sprengung durch einen Entschärfer der Polizei. Abschließend wurden die Reste der Substanz durch die Einsatzkräfte aufgenommen und entsorgt.

Insgesamt waren ca. 70 Einsatzkräfte von:

  • Polizei
  • Landeskriminalamt
  • Rettungsdienst vor Ort
  • Berufsfeuerwehr Wiesbaden Wache 1 und 2
  • die Freiwillige Feuerwehr Dotzheim
  • die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte