Wer kennt das nicht? Stau an der Steckdosenleiste, eine stetig wachsende Zahl an Ladegeräten, Anschlusskabeln und Netzadaptern – für immer mehr Verbraucher. Die meisten dieser Geräte- und „Gadgets“ zerren zum Einen am Stromverteiler und der Elektrik, zum Anderen werden sie auch immer empfindlicher und sind nicht selten bei kleinsten Spannungsspitzen schon überfordert – oder gleich hinüber. Kurzum: diese mitunter auch kostenintensive Hightech-Flut muss abgesichert werden!

Wichtige Vorbedingungen

Kontraproduktiv, äußerst gefährlich, ungemein verbreitet und leichtsinnig zugleich – gerade im häuslichen Umfeld – sind Kaskadierungen von Mehrfachsteckdosen zu finden. Diese oft ungesicherten „Kabelbäume“ in einer Wohnung rufen regelmäßig die Feuerwehr auf den Plan und führen zur Vernichtung ganzer Existenzen! Bedarf es vieler Steckdosen, müssen diese an getrennten Stromkreisen angeschlossen und getrennt(!) abgesichert sein! Im Zweifelsfall bitte beim Fachmann nachfragen. Manchmal sind die einfachen Lösungen am effektivsten um schnell Abhilfe zu schaffen: gegebenenfalls mit einer „Hilti“ eine Wand zum Nachbarzimmer durchbohren und von einer freien Wandsteckdose den Strom für eine zweite Mehrfachsteckdose abnehmen. Eigentlich gibt es immer Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die hier vielleicht kurz helfen können. Weniger ansehnlich und wegen Kindern oder Haustieren gänzlich ungeeignet sind oft Verlängerungskabel aus dem Nachbarzimmer durch die Wohnung legen. Kabelkanäle können zwar Abhilfe schaffen – sind aber oft ein großes Ärgernis beim Verlegen oder bei Renovierungen. Also: Kabelbäume bitte vermeiden!

Exkurs: Elektronik zur Spannungsfilterung

Hohe Spannungen, wie sie zum Beispiel bei witterungsbedingter Blitzeinwirkung oder Schwankungen im lokalen Stromnetz auftreten, müssen wirksam begrenzt werden! Dazu bedarf es eines vorgeschalteten Überspannungsfilters – bestückt mit eigens für diese hohen Lasten konstruierten „Z-Dioden“ (Zener Diode, wie z.B der 1N5908). Diese können kurzzeitig(!) hohe Ströme aufnehmen – deshalb nennt man sie auch Suppressionsdioden bzw. Überspannungsabsorber. Mit solchen elektronischen Filtern können Spannungsspitzen an empfindlichen Schaltungen effizient neutralisiert werden.
Verbaut findet man diese Technik oft innerhalb hochwertiger Mehrfachsteckdosenleisten (u.a. von Kopp, Brennenstuhl, Hama etc.). Oft gibt es auch Lösungen mit integriertem Überspannungsschutz, Geräteschutz, mitunter sogar FI Personenschutz (wichtig bei Kurzschlüssen in den Verbrauchern – oft im Zusammenhang mit Kindern) – oder einem Blitzschutz. Die Bezeichnungen variieren etwas bei den jeweiligen Herstellern. Es gibt auch Zwischenstecker für Wandsteckdosen (z.B. Blitzschutz). Hier sollte man die Leistung und insb. die Gesamt-Wattzahl im Auge haben, für die die Schutzmaßnahme ausgelegt ist! Verbraucher mit hoher Last (z.B. Waschmaschine/Trockner, Werkzeuge, Grill, Garten-Pumpe) dürfen auf gar keinen Fall an eine Steckdosenleiste!

Exkurs: Antennen, Kabel-TV und Netzwerkkabel

Antennen(kabel) und (insb. bei Hauseigentümern) der Übergabepunkt sollten bei der Geräteabsicherung nicht vergessen werden, denn sie sind ein gerne vergessenes Einfallstor für großen Ärger bei Blitzeinschlägen in der Nähe! Auch hier gibt es recht effiziente Lösungen diverser Hersteller mit Z-Dioden Filtern – auch Kombinationslösungen in einem Zwischenstecker für eine Wandsteckdose (z.B. Hama, Technisat, Conrad etc.). Versierte Menschen finden insb. bei Conrad gleich diverse Bau- und Verkabelungspläne auf der Webseite.

Stichwort Hitze: Ventilatoren und Klimageräte gehören NICHT an die Mehrfachdose – und schon gar nicht an die Gleiche wie IT, TV oder Multimedia!

Fazit:

Hohe Lasten mit Zener Dioden Technik abzufangen funktioniert eigentlich äußerst zuverlässig bei Gewitter oder Stromschwankungen im Netz – WENN die ordnungsgemäßen, elektrischen Gegebenheiten gewährleistet sind!

Merke: Die beste Technik versagt bei grober Fahrlässigkeit! Auf gar keinen Fall sollte man bei Mehrfachsteckdosen am Geld sparen – man bezahlt es ggf. mit großem Unmut oder Schlimmerem! Elektronisch weniger versierte Menschen sollten sich unbedingt im Elektroladen oder Fachgeschäft beraten lassen! Billige China-Plastik Steckdosenleisten vom Discounter nie(!) unbeaufsichtigt lassen oder gänzlich vermeiden! Profi-Leisten mit Überspannungsschutz sind nicht ohne Grund aus Aluminium, recht feuerfest und durchweg wertig verarbeitet. Der Mehrpreis kann Daten oder Leben retten!

Tipp: gezogene Stecker waren schon immer der effektivste Schutz bei kritischen Gewitterlagen!