Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rudert zurück. Am Dienstag (27. September 2022) erklärte er in Berlin, dass er einen Weiterbetrieb von zwei Atomkraftwerken in Deutschland über das Jahresende hinaus erwartet.

Situation könnte sich noch verschärfen

Er betonte, dass die Entwicklung am französischen Strommarkt deutlich schlechter sei als ursprünglich prognostiziert. Weil über die Hälfte der dortigen Atomkraftwerke nicht am Netz seien, fehlt Strom, was Deutschland teilweise mit Strom aus Gaskraftwerken ausgleicht. Die Situation in Deutschland könne sich noch deutlich verschärfen, wenn sich die Lage in Frankreich verschlechtert. Dies erwarte auch die französische Regierung.

„Als für die Energiesicherheit verantwortlicher Minister muss ich daher sagen: Wenn diese Entwicklung nicht noch in ihr Gegenteil verkehrt wird, werden wir Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 am Netz lassen“, sagte Habeck und erklärte, dass er diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt für notwendig halte. Ein Eckpunktepapier habe man mit den Betreibern der Atomkraftwerke bereits vereinbart. Ursprünglich hätten die letzten drei Atomkraftwerke zum Ende 2022 abgeschaltet werden sollen. Nun soll lediglich der Reaktor Lingen im Emsland noch abgeschaltet werden.