Immer weniger Kunden besuchen noch Bankfilialen. Vieles läuft jetzt schon bei den Kunden im Bereich ihrer Finanzgeschäfte über das Smartphone. In diesem Fall könnte Corona den Trend noch beschleunigen. Immer mehr wird die klassische Bankenwelt von jungen Start-ups (Fintechs) aufgemischt. Fragt sich: „Wer sind die Newcomer von morgen“?

Was versteht man unter Fintech?

Der Ausdruck Fintech, ein Wort aus dem Englischen, bezieht sich auf Unternehmen, die mithilfe einer modernen Technologie spezielle Finanzdienstleistungen anbietet.

Schon seit längerer Zeit befindet sich die Bankenbranche in einem Umbruch. Die neuen Stars in der Finanztechnologie (financial technology) verkürzt zu Fintech, ist ein Sammelbegriff für weiterentwickelte und hochtechnologische Finanzinnovationen, welche aus neuen Dienstleistungen, Finanzinstrumenten oder in Kombination mit neuen Technologien resultieren.

Was ist die Aufgabe von Fintech?

Bisher gibt es keine klare Definition für den Begriff der Fintechs. In der Kombination aus „Financial Services“ und „Technology“ verbergen sich hinter diesem Begriff junge Unternehmen, die mit Hilfe von auf Technologie spezialisierten Systemen besondere kundenorientierte Dienstleistungen in der Finanzbranche anbieten.

Kennen Sie Fintech-Unternehmen?

Sicherlich werden den meisten Cime, Stripe, One 97, Karma oder Revolut nicht viel sagen, oder? Das könnte sich jedoch in Zukunft bald ändern. Diese doch noch jungen Finanzfirmen mit den exotischen Namen gehören zu den kapitalstärksten Fintechs der Welt. Unter den 500 Firmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar tummeln sich mittlerweile 70 Fintechs. Noch im letzten Jahr waren es gerade einmal 50

Fintech & Trustly

Besondere Erwähnung unter den Fintechs verdient das Unternehmen Trustly. Unter dem Begriff Trustly verbirgt sich ein digitaler Zahlungsanbieter mit einem bankenunabhängigen Zahlungsdienst. Mit der Nutzung dieses Dienstes kann der Konsument einfach, sicher und schnell von seinem Bankkonto aus bezahlen.

Das neue System von Trustly minimiert den mühsamen Prozess des Austauschs von Informationen zwischen Spielern und Betreibern. Dabei kommt die Technologie vor allem in Online Casinos zum Einsatz. Mit „Pay N Play“ hat Trustly eine neue Ära eingeläutet, welche den Spielern und den Online Wettanbietern Vertrauen und Leichtigkeit bietet. Denn in Pay n Play Casinos ist keine Anmeldung erforderlich und trotzdem garantiert Trustly die nötige Sicherheit beim Zahlungsprozess.

Den schwedischen Anbieter kann man mittlerweile auch bei vielen Online-Shopping-Seiten als Zahlungsmethode auswählen. Bei diesem Vorgehen wird der Kunde auf die Seite von Trustly weitergeleitet, auf der der Kunde aus einer Liste seine Bank auswählen kann.

Trustly kümmert sich nach Eingabe der Online Banking Daten darum, dass alle erforderlichen Daten an den Zahlungsempfänger weitergeleitet werden. Die Transaktionen können im Zuge dessen innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden. Im Vergleich dazu dauert ein normaler Banktransfer meist mindestens einen Tag

Der Riese unter den Fintechs

Schon die Nummer eins „Stripe“, ist mit einer Bilanz von 36 Milliarden Dollar wesentlich mehr wert als die Deutsche Bank, fast sogar das doppelte. Als US-Unternehmen entwickelte Stripe eine Plattform, über die Zahlungen und Auszahlungen angenommen und gesendet werden können. Zur Kundschaft dieses Zahlungsdienstleisters gehören Tech-Konzerne wie Google, Spotify und Amazon.

In diesem Bereich sehen die seit ewigen Zeiten erfolgsverwöhnten Banken ihr Geschäft in Gefahr. 88 Prozent der Banken glauben, dass sie in den nächsten fünf Jahren wichtige Teile ihres Geschäfts an ein Fintech verlieren werden. Hauptsächlich im Bereich der Zahlungsdienstleistungen sind Fintechs nicht mehr zu bremsen. Im Auftrag von Händlern wickeln sie Zahlungen ab, entweder online, aber auch an der Ladenkasse. Hinzu kommt, dass sie Verbrauchern beim Onlineshopping helfen, im Segment der unterschiedlichen Bezahlarten wie Rechnungen, Kreditkarte, Lastschrift oder Paypal klar zu kommen.

Die größten Fintechs

Nur wenige Zahlungsdienstleister haben zum Endverbraucher Zugang. Mit „Klarna“ gibt es hier eine Ausnahme. Europas wertvollstes Fintech-Unternehmen mit einer Bilanz von 10,6 Milliarden Dollar bietet Kunden überaus gute und dehnbare Bezahlmethoden an. Unter dem Motto „Buy Now, Pay later“, mit anderen Worten „kaufen sie jetzt und bezahlen später“ kann der Kunde shoppen und später bezahlen. Klarna gibt auch eine eigene Kreditkarte heraus. Als Werbepartner tritt „Rapper Snoop“ für Klarna ein. Das Unternehmen zählt inzwischen schon 90 Millionen Kunden.

Andere Fintechs machen sich im Markt der Geldüberweisungen breit und bieten den Alteingesessenen wie Western Union Konkurrenz. Wise bietet daher grenzüberschreitende Geldüberweisungen mit geringen Gebühren online an. Im Schnitt zahlen Kunden Gebühren von rund 0,7 Prozent des Überweisungsbetrages. Fintech aus England liegt bei der Bewertung mit fünf Milliarden Dollar weit vorne.

Gratis-Plattformen und Zinsportale – ein Anreiz für junge Anleger

Zinsportale zählen zu den erfolgreichsten Fintechs, über die Anleger, welche im Vergleich der Konditionen bei vielen Banken dann ihr Geld lukrativer und leichter anlegen können. Start-ups wie Deposit Solutions oder Weltsparen gestalten sich bei den Zinsen ein wenig höher für Anleihen in Europa als die klassischen Banken.