Seit einigen Wochen bestehen insbesondere im Landkreis Mainz-Bingen sowie der Stadt Bad Kreuznach Probleme in der ÖPNV-Versorgung. Der reguläre Fahrplan wurde ausgedünnt, Verbindungen fallen aus. Im Landkreis Bad Kreuznach ist die Situation entspannter, hier finden nur vereinzelte Fahrten nicht statt.


Die Gründe für die vielen Busausfälle sind insbesondere personeller Natur

Durch Erkrankungen, Urlaube, aber auch Arbeitgeberwechsel stehen die Verkehrsunternehmen, die noch bis Mitte Oktober im Landkreis Mainz-Bingen und der Stadt Bad Kreuznach den Busverkehr bedienen und im Besitz der entsprechenden Konzessionen sind, immer wieder vor der großen Herausforderung, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Für Verärgerung und Unverständnis sorgt die aktuelle Situation insbesondere bei den ÖPNV-Nutzenden – aber auch beim Personal der Verkehrsbetriebe, die den Unmut abbekommen.

„Wir sind uns dieses Problems bewusst“, erklärt Landrätin Bettina Dickes, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der KRN. Das kommunale Verkehrsunternehmen KRN wird ab dem 17. Oktober den Busverkehr in den Landkreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen sowie der Stadt Bad Kreuznach federführend durchführen. „Mit der Übernahme wird der Fahrplan mit deutlich mehr Verbindungen umgesetzt werden können“, versichert Dickes.

Jedoch sei die gute Perspektive ab Mitte Oktober angesichts der derzeit problematischen Situation mit vielen Busausfällen bestenfalls eine gute Perspektive. „Uns ist bewusst, dass auch bis zum 17. Oktober ein funktionierender ÖPNV bestehen muss, der für die Nutzenden attraktiv ist“.

„Wir unternehmen alles, um die Ausfälle zu kompensieren“

Eine Unterstützung in Eigenregie darf die KRN jedoch nicht leisten, da die Konzessionen noch bei anderen Unternehmen liegen. Um dennoch gangbare gemeinsame Wege zu finden, stehen die kommunalen Gesellschafter der KRN (Landkreise Bad Kreuznach und Mainz-Bingen sowie die Stadt Bad Kreuznach) und die Geschäftsführung der KRN im engen Austausch mit den konzessionsinhabenden Verkehrsunternehmen. „In den gemeinsamen Gesprächen konnten tragfähige Abhilfen diskutiert und vereinbart werden. Diese Lösungen sollen kurzfristig eine Verbesserung der mehr als angespannten Situation bringen“, erklärt Dickes. Unter anderem werde die KRN im Landkreis Mainz-Bingen als Subunternehmen Fahrten mit eigenem Personal übernehmen, in der Stadt Bad Kreuznach unterstützen fortan andere private Verkehrsunternehmen dabei, den ÖPNV aufrecht zu erhalten. „Wir unternehmen alles, um die Ausfälle zu kompensieren. Da wir derzeit jedoch noch im On-Boarding Prozess sind, können wir nur sukzessive Fahrten übernehmen. In diesem Rahmen werden wir unsere Möglichkeiten aber noch mehr forcieren“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Mainz-Bingen Steffen Wolf.

„Es ist mir ein sehr großes Anliegen, dass der ÖPNV auch bis zur Übernahme der KRN funktioniert und nutzbar bleibt. Alle Beteiligten haben deutlich gemacht, auf dem Weg zu diesem gemeinsamen Ziel an einem Strang zu ziehen und den Schulterschluss zu üben– im Sinne der ÖPNV-Nutzenden“, erklärt die Aufsichtsratsvorsitzende. Mit den ersten Lösungsansätzen, die teilweise schon umgesetzt sind, ist es möglich, in dem stark von Busausfällen betroffenen Landkreis Mainz-Bingen und der Stadt Bad Kreuznach den aktuell bestehenden Notfahrplan aufrecht zu erhalten. „Notfahrplan heißt, dass die täglichen Verbindungen vor allem in den Randzeiten zwar reduziert werden, insbesondere der ÖPNV zu den Schulzeiten aber gewährleistet wird“, so die Landrätin weiter.

Dass diese Kooperation zwischen allen Beteiligten zustande kam, sei dabei keineswegs selbstverständlich. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Schulterschluss nicht nur beschworen, sondern auch durchgeführt wurde. Mit den Lösungen, wird sich die Situation für die ÖPNV-Nutzenden ab Anfang Juli spürbar entspannen“.