Nahezu alle Kommunen im Rhein-Main-Gebiet und in Rheinhessen stehen vor identischen Herausforderungen, wenn es um die Ausweisung neuer Baugebiete geht: im begrenzten Siedlungsraum gibt es für Wohn- und Gewerbegebiete immer weniger Flächen, die zeitnah zu entwickeln und zu erschließen sind.


So sucht auch die Landeshauptstadt Mainz Perspektiven für kleine und mittlere Unternehmen, die sich am Standort vergrößern oder neu ansiedeln wollen

Im Zuge der engen Kooperation zwischen Mainz und seinen umliegenden Gemeinden –sei es im Regionaltag Rheinhessen, in der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe, dem Nachbarschaftsausschuss oder in vielen anderen Formaten – haben die Verwaltungen der Landeshauptstadt Mainz, der Ortsgemeinde Ober-Olm, der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und des Landkreises Mainz-Bingen die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit erörtert.

In einem ersten Gespräch am 7. Juli 2022 haben Oberbürgermeister Michael Ebling und Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz der Verwaltung der Ortsgemeinde und den Mitgliedern des Ortsgemeinderats Ober-Olm die Idee vorgestellt, eine Gewerbeansiedlung auf Ober-Olmer Gemarkung entlang der L426, beginnend am „Forsthaus“ im Westen bis hin zum Kreisverkehr Lerchenberg / Klein-Winternheim im Osten, zu realisieren. Hier soll durch die städtische Tochtergesellschaft GVG (Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH) ein gemeinsames, interkommunales Gewerbegebiet entwickelt werden, auf dem sich auch Ober-Olmer Gewerbebetriebe niederlassen können.

„Einen solchen „Prototypen“ zu entwickeln sehen wir als große interkommunale Chance und Aufgabe

Auf der benannten Fläche mit einer Gesamtgröße von rd. 15 ha wollen wir insbesondere personalintensiven Betrieben aus den Bereichen Handwerk und Dienstleistung die Möglichkeit bieten, sich anzusiedeln,“ so der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling.

Manuela Matz, Wirtschaftsdezernentin der Landeshauptstadt Mainz, ergänzt: „Angesichts der zunehmend schwierigen Ausweisung von Flächen für gewerbliche Nutzung ist es das Gebot der Stunde, dass Kommunen eng zusammenarbeiten, damit Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes erhalten bleiben.“

Auch die Vertreter der Orts- und Verbandsgemeinde, Ortsbürgermeister Matthias Becker, die 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Doris Leininger-Rill sowie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Ralph Spiegler ziehen ein positives Resümee des Gespräches: „Wir begrüßen ausdrücklich den offenen und fairen Umgang der Stadt Mainz, die sehr früh das Gespräch mit uns gesucht hat. Die Realisierung dieses Projektes wäre ein Meilenstein in der Kooperation zwischen Stadt und Umland.“

In seinen kommenden Sitzungen wird der Rat der Ortsgemeinde Ober-Olm über die Möglichkeiten sowie die Vor- und Nachteile einer solchen Gebietsentwicklung diskutieren, um bis voraussichtlich Ende des Jahres 2022 eine Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise zu treffen.