Bilder Chiara Forg3
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Die Rheinfähre „Landskrone“ ist seit Jahrzehnten eine wichtige Verbindung zwischen dem rheinland-pfälzischen Nierstein und dem hessischen Trebur-Geinsheim. Die Fähre wird dabei nicht nur regelmäßig von Berufspendlern und Lieferanten genutzt, sondern stellt im Rahmen des länderübergreifenden Tourismuskonzeptes eine nicht wegzudenkende Größe dar. Doch nun ist die Zukunft der Fähre Ungewiss, weshalb eine Petition zum Erhalt der Fähre gestartet wurde.

An normalen Tagen nutzen in der Regel bis zu 1.500 Menschen das Transportmittel

Die nächste mögliche Rheinquerung per Fähre befindet sich in einer Entfernung von rund 30 Kilometer Richtung Worms. Jetzt droht die unverschuldete Einstellung des bisher wirtschaftlich erfolgreich agierenden Traditionsbetriebes mit weitreichenden Folgen für die Region. Dies bestätigte ein unabhängiger Gutachter der das Unternehmen sechs Monate begleitete. So ist zu befürchten, dass mit Wegfall der Fähre das Verkehrsaufkommen für die Rheingemeinden Richtung Mainz und Worms spürbar zunehmen wird. Neben den damit unweigerlich verbundenen üblichen Verkehrsbelastungen ein erhebliches Lärm- und Feinstaubemissionsproblem für die Anwohner. Zudem gibt es keine guten Aussichten für die heimische Ökobilanz.

Die Fähre ist aber nicht nur reines Transportmittel

Durch die rege Inanspruchnahme derselben, insbesondere von Radfahren und Wandern, findet über Tourismus und Freizeitverhalten auf beiden Rheinseiten Wertschöpfung statt, welche es zu erhalten gilt. Der Besuch vieler Lokalitäten, Ausflugsziele und Geschäfte wird durch die Fähre erst möglich. Die Fähre trägt damit wesentlich zur Attraktivität und dem Bekanntheitsgrad der hiesigen Destination bei.

Wie konnte es soweit kommen?

Wegen gleichzeitiger und nicht abgestimmter Bauarbeiten auf beiden Rheinseiten sowie den damit einhergehenden Sperrungen. Die eingerichteten Umleitungen kosten viel Zeit und machen die Fähre für viele potenzielle Nutzer quasi unerreichbar beziehungsweise unattraktiv. Nach derzeitigen Stand dauern die Baumaßnahmen noch mindestens bis 2024.

Die Forderungen

Hier gilt das Verursacherprinz. Die bislang von Rheinland-Pfalz gewährte Unterstützung ist in diesem Zusammenhang nicht auskömmlich. Das Land Hessen, als der größere Verursacher, hat sich noch gar nicht beteiligt. Hier müssen die beiden Bundesländer für die wichtige Verkehrsinfrastrukturmaßnahme Verantwortung übernehmen und sich zeitnah für deren Erhalt angemessen finanziell engagieren.

Der Verbandsgemeinderat und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Selz sowie die für sich persönlich unterzeichnenden Ortsbürgermeister beziehungsweise Stadtbürgermeister der Ortsgemeinden und Städte in der Verbandsgemeinde, fordern Hessen zur sofortigen, angemessenen finanziellen Hilfe und Rheinland-Pfalz zu weiterer Hilfe auf.

Landrätin Dorothea Schäfer sieht Hessen und Rheinland-Pfalz bei der finanziellen Unterstützung in der Pflicht

Dorothea Schäfer, Landrätin des Kreises Mainz-Bingen, unterstützt ausdrücklich die Petition zum Erhalt der Rheinfähre Landskrone. In Briefen an die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und ihren hessischen Amtskollegen Tarek Al-Wazir schloss sich die Landrätin den Forderungen aus verschiedenen Bereichen der Verbandsgemeinde Rhein-Selz und der rechtsrheinischen Stadt Trebur an. Danach sollen die beiden Länder die Fährbetreiberin finanziell unterstützen, um den durch Straßensperrungen auf beiden Seiten des Rheins entstandenen Einnahmeausfall kompensieren zu können.

Sowohl die Baustelle an der B420 in Nierstein als auch die zeitgleiche Sanierung der L3096 auf hessischer Seite haben dazu geführt, dass die Fahrgastzahlen in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen sind.

„Die Rheinfähre Landskrone ist eine zentrale Verbindung zwischen Nierstein und dem hessischen Geinsheim. Die Fähre wird dabei nicht nur regelmäßig von Berufspendlern und Lieferanten genutzt, sondern stellt im Rahmen eines länderübergreifenden Tourismuskonzeptes eine nicht wegzudenkende Größe dar. Im Durchschnitt nutzen bis zu 1500 Menschen die Fähre täglich“, schrieb die Landrätin an die beiden Ministerien.

„Nun droht die Einstellung des bisher wirtschaftlich erfolgreich agierenden Traditionsbetriebes mit weitreichenden Folgen für die Region. Es ist zu befürchten, dass mit Wegfall der Fähre das Verkehrsaufkommen vor allem für die am Rhein liegenden Gemeinden Richtung Mainz und Worms erheblich zunehmen wird. Die Fähre hat aber nicht nur die Funktion eines reinen Transportmittels, auch der Tourismus und das Freizeitverhalten spielen hierbei eine wichtige und entscheidende Rolle. Die Fähre trägt ganz wesentlich zur Attraktivität der Region bei.“

Hier geht es zur Petition

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