Fast 400 Kindertagespflegeplätze zur Kinderbetreuung gibt es in der Landeshauptstadt Mainz. „Ein nennenswerter Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie insbesondere für Frauen, die den Wiedereinstieg in den Beruf suchen“, weiß Sozialdezernent Dr. ,Eckart Lensch. Kindertagesmütter und -väter bieten gerade für die Kleinsten eine flexible und familienähnliche Betreuung, die ausschließlich oder ergänzend zu anderen Betreuungsformen stattfinden kann. Hier werden bis zu fünf Kinder im eigenen Haushalt, bei den Eltern oder in angemieteten Räumen betreut. Die Kindertagespflege bietet die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres in eine pädagogische Betreuung von Kindern einzusteigen.

Anreiz zur Qualifizierung setzen

„Wir wollen die Kindertagespflege daher weiter ausbauen und Anreize schaffen, dass diese Form der Kinderbetreuung nicht nur für die bereits aktiven Kindertagespflegepersonen attraktiv bleibt, sondern noch mehr Menschen Anreiz bietet, sich entsprechend zu qualifizieren und als Kindertagespflegeperson zu arbeiten“, sagt der Sozialdezernent. Um die Anzahl der Kindertagespflegeplätze in der Landeshauptstadt zu erhöhen, beauftragt die Stadtverwaltung regelmäßig einen Träger zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen. Der nächste Kurs beginnt Mitte Dezember. Die Kosten der Maßnahme tragen zum größten Teil das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz und die Landeshauptstadt Mainz.

Um die Attraktivität der Qualifizierung zur Kindertagespflege zusätzlich zu steigern, sind weitere Veränderungen geplant, denen der Jugendhilfeausschuss heute zugestimmt hat und die dem Stadtrat am 30. November 2022 zur Beschlussfassung vorgelegt werden:

  • Um die Familien vor allem bei den Zuzahlungen und die Kindertagespflegepersonen beim Sachaufwand finanziell zu entlasten, will die Landeshauptstadt Mainz beide Leistungen erhöhen. Die Förderleistung soll von 4,90 auf 6,00 Euro angehoben werden, die Sachleistungen von 0,60 auf 1,50 Euro.
  • Die Förderleistungen für Betreuungspersonen im Haushalt der Eltern soll auf mindestens 12,00 Euro steigen, bei vorhandener Fachausbildung bzw. Qualifikation auf 14,00 Euro.
  • Prozentual erhöht werden sollen auch die jeweilige pauschale Förderung pro Kind und Stunde bei den von der Stadt vorgehaltenen Belegplätzen im Rahmen von „Chik – Chancengleichheit in der Kindestagespflege“ und bei im Rahmen „Betriebliche Kindertagespflege“ angebotenen Betreuungsplätzen.
  • Anpassungen gibt es weiterhin bei der Anzahl der geförderten Abwesenheitstage. Sie werden von 10 auf 30 hochgesetzt, für Kinder mit chronischen Erkrankungen auf 60.

„Das sind in mehrfacher Hinsicht wesentliche Anpassungen. Nicht nur die Familien können dadurch gerade jetzt in Zeiten steigender Preise entlastet werden, sondern auch die Kindertagespflegepersonen profitieren davon und erfahren auch auf diese Weise unsere Wertschätzung für das, was sie in der Kinderbetreuung leisten“, stellt Sozialdezernent Dr. Lensch fest.