Mehr als die Hälfte der Menschheit menstruiert im Laufe ihres Lebens. Um am öffentlichen Leben teilhaben zu können gibt Schätzungen zufolge eine Person im Schnitt 20.000 Euro für ihre Periode aus. Dies bedeutet eine erhebliche finanzielle Belastung für menstruierende Menschen. Auch aufgrund der immer noch anhaltenden Tabuisierung des Themas bedeutet dies, insbesondere für junge Menschen, durch beispielsweise mangelnde Aufklärung, Scham oder ihre wirtschaftlichen oder sozialen Hintergründe eine unzureichende Versorgung mit Hygieneprodukten.

Zahlreiche Städte und sogar ganze Länder wie Schottland gehen bereits mit gutem Beispiel voran

Periodenprodukte dürfen kein Luxusgut sein und die Versorgung mit ihnen darf nicht von wirtschaftlichen Verhältnissen abhängen, daher hat auch der Bundestag im Jahr 2020 die Mehrwertsteuer auf Tampons, Binden und Menstruationstassen von 19% auf 7% gesenkt.

Hinzu kommt, dass durch Inflation sowie steigende Preise aktuell und während der letzten Jahre die finanzielle Situation vieler Menschen noch weiter belastet, auch im Hinblick des erhöhten Armutsrisikos von Frauen in allen Altersklassen. Daher sollte es Aufgabe der feministischen Kommunalpolitik sein, die Versorgung menstruierender Personen mit Hygieneprodukten im öffentlichen Raum sicherzustellen. Zahlreiche Städte und sogar ganze Länder wie Schottland gehen hier beispielsweise bereits mit gutem Beispiel voran und bieten Hygieneprodukte in öffentlichen Einrichtungen und Schulen kostenlos an. Denn genau wie Toilettenpapier und Seife, welches in solchen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt wird, gehören Menstruationsartikel zu einer notwendigen Ausstattung in öffentlichen Einrichtungen.

Die Fraktion Piraten & Volt hat es sich daher zum Ziel gemacht, das Thema auch in die Debatte im Mainzer Stadtrat einzubringen.

Francesca Beyer (Mitglied im Sozialausschuss der Fraktion Piraten & Volt):

“Die Versorgung mit Toilettenpapier auf öffentlichen Toiletten wird doch auch nicht hinterfragt. Wie absurd wäre es, sein eigenes Papier beim Gang auf eine Toilette in öffentlichen Gebäuden mitbringen zu müssen. Genau wie dieses gehören auch Menstruationsartikel selbstverständlich zur kostenlosen Ausstattung.”

Maurice Conrad (Stadtratsmitglied Piraten & Volt):

“Obwohl Menstruation mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens direkt betrifft, ist es immer noch ein stark stigmatisiertes und tabuisiertes Thema. Wir halten es daher für die Aufgabe der Stadt Mainz, eine Versorgung mit diesen Produkten in öffentlichen Gebäuden, Schulen oder auch Museen sicherzustellen um betroffenen Personen eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.”