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Die Naturschützer des Arbeitskreises Umwelt Mombach sind empört über die durchgeführten und noch geplanten Baumfällungen in der Mombacher Rheinaue und im Mainzer Sand. Der gemeinnützige Verein kümmert sich um die Biotope in der Region und erhält Unterstützung vom NABU Mainz und Umgebung, dem stärksten Naturschutzverband in der Region mit über 5200 Mitgliedern.

Im Februar wurden an der Lemmchenschule 37 über 30 Jahre alte Bäume gefällt

Nun sollen weitere 105 Bäume gefällt werden. Der Arbeitskreis Umwelt Mombach kritisiert die mangelnde Transparenz bei solchen gravierenden Eingriffen und bezeichnet die Baumfällungen als handfesten Skandal, insbesondere für eine Stadt, die bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat. Christian Henkes, Vorsitzender des NABU Mainz, betont, dass alle bisherigen Fällungen ausschließlich dazu dienten, temporär Container aufzustellen und Leitungen zu verlegen. Es besteht bis auf die Aufstellung der Container noch keine Genehmigung für weitere Baumaßnahmen. Auch die Befreiung vom gültigen Bebauungsplan liegt noch nicht vor.

Fällungen ohne Gesamtkonzept für den Ausbau der Schule

Besonders skandalös ist aus Sicht der Naturschützer, dass bereits in großem Umfang alte Bäume gefällt wurden, ohne dass ein Gesamtkonzept für den Ausbau der Schule vorliegt. Es wurden keine alternativen Maßnahmen geprüft, die einen minimalen Eingriff in den bestehenden Baumbestand gewährleisten. Konkrete Aussagen zu den Alternativen für die Baumfällungen, den Orten für die Ersatzpflanzungen und der Beeinträchtigung der Kaltluftströme konnten die Experten der Stadt Mainz im Ortsbeirat nicht machen.

Weiterhin liegt kein ausgereiftes Verkehrs- und Parkraumkonzept vor und die Zuwegung für körperlich eingeschränkte Schüler ist ungeklärt. Deshalb befürchten die Naturschützer, dass im Verlauf der Baumaßnahmen zusätzliche Eingriffe in den Baumbestand vorgenommen werden und das nahe liegende Naturschutzgebiet Mainzer Sand in Mitleidenschaft gezogen wird.

Jürgen Weidmann, Vorsitzender des Arbeitskreises dazu

„Wir befürworten ausdrücklich, dass die Schule auf diesem Gelände errichtet wird“, betont Jürgen Weidmann, Vorsitzender des Arbeitskreises, „Wir freuen uns, dass die Bildungschancen der jungen Menschen in einer modernen und inklusiven Schule in Mombach Platz finden. Aber wir möchten, wie die meisten bei der Bürgerfragestunde Anwesenden, bessere Transparenz und ausgereifte Planungen. Eine umfassende Bürgerbeteiligung ist dabei wichtig. Für die zukünftigen Schüler wünschen wir uns tolle Schulräume und ein gesundes und nachhaltig gesichertes Stadtklima.“

Forderungen des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis Umwelt Mombach und der NABU Mainz und Umgebung fordern deshalb, dass keine Baugenehmigungen für die Lemmchenschule mehr erteilt werden, bevor nicht im Rahmen einer Bürgerbeteiligung sichergestellt ist, dass:

  • ein für die Anwohner tragbares Verkehrs- und Parkkonzept umgesetzt wird, das nicht zu Lasten des angrenzenden Naturschutzgebietes Mainzer Sand geht.
  • die noch geplanten 105 Baumfällungen verhindert werden zum Beispiel durch geschickte Gestaltung der Bauabläufe, der Platzierung der Gebäude, der Anlage eines Parkhauses unter den Schulgebäuden usw.
  • für Parkplätze, Straßen, Leitungen und temporäre Bauten keine Bäume mehr geopfert werden.
  • für alle geplanten Baumfällungen Alternativen erarbeitet werden oder schlüssig nachgewiesen wird, dass die Bäume selbst bei alternativen Planungen und Bauabläufen gefällt werden müssen.
  • die Klimaschutzbelange berücksichtigt werden, wie es für eine Stadt im Klimanotstand angemessen ist.

Unter dem Titel „Rettet die Bäume der Lemmchenschule“ richtet der Arbeitskreis Umwelt diese Forderungen im Rahmen einer Petition an den neuen Oberbürgermeister Nino Haase und den Stadtrat der Stadt Mainz. Die Petition findet sich unter: https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-baeume-der-lemmchenschule

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