Michael Bonewitz: Noch hat er keinen Namen, der Platz direkt vor dem Eingang zum Kabarettarchiv und zum Fastnachtsmuseum am Mainzer Proviantmagazin. Sofern alle zuständigen Gremien zustimmen, könnte sich das in diesem Jahr ändern, denn gemäß einem Antrag der FDP im Ortsbeirat Altstadt soll dies künftig der Herbert Bonewitz-Platz werden. „Wer wäre besser geeignet als der legendäre Fastnachter und Kabarettist Herbert Bonewitz, der am 29. April 2019 verstarb, diesem Platz seinen Namen zu geben, “ so der Antragsteller Dr. Wolfgang Klee und Michael Bonewitz, der Sohn der Fastnachtsikone ergänzt: „Im Fastnachtsmuseum sind eine Reihe von Film- und Tondokumenten aus seinen berühmten Glanzrollen zu sehen und im Kabarettarchiv ist sein gesamter künstlerischer Nachlass untergebracht“. Unvergessen ist bis heute sein Auftritt in der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ als Prinz Bibi, der sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt.

Auch die Tochter von Herbert Bonewitz, Ulrike Stumpf, unterstützt die Namensgebung:

„Er hat es verdient und der Platz ist, wenige Meter vom unterhaus entfernt, ideal.“ In der Antragstellung heißt es zudem: „Schon in der ersten Fernsitzung 1955 war er dabei, er war zudem musikalischer Leiter der Gonsbachlerchen und dank seiner unerschöpflichen Kreativität in Wort, Schrift und Musik setzte er ab 1975 auch als Kabarettist Maßstäbe. Diesem Metier widmete er sich dann ab 1984 auch beruflich und trat mit seinen jeweiligen aktuellen Programmen bundesweit auf, wobei seine Heimatbühne stets das Mainzer unterhaus blieb. 2006 erhielt der Kabarettist auf dem Mainzer Walk of Fame einen „Stern der Satire“. 2017 wurde Herbert Bonewitz mit dem Mainzer Medienpreis für „Nachhaltiges Mediales Wirken“ ausgezeichnet.“

Dass er nicht nur ein Narr, Satiriker, Kabarettist, Fastnachter, Musiker, Komiker und Publizist war, sondern auch ein begnadeter Maler und Zeichner, wurde erst kürzlich mit einer Ausstellung in der Mainzer Kunst Galerie unter Beweis gestellt. Unter dem Titel „Ein Narr an der Staffelei. 90 Jahre Herbert Bonewitz – mit Pinsel und spitzer Feder“ wurde zum ersten Mal ein Teil seiner Gemälde und Zeichnungen ausgestellt, die sich im Nachlass bei seinen Kindern, Ulrike Stumpf und Michael Bonewitz, befinden.

Ein Teil der Kunstwerke wurde während der Ausstellungzeit zum Kauf angeboten, um den Erlös gemeinnützigen Organisationen zu spenden:

„Wir sind völlig überwältigt gewesen, wie viele Bilder wir verkauft haben und dass wir am Ende fast 20.000 Euro spenden können,“ teilten Michael Bonewitz und Ulrike Stumpf mit, die den Betrag entsprechend aufgestockt haben, damit die sechs kulturellen und sozialen Institutionen jeweils 3333 Euro überwiesen bekommen. Begünstigt werden die Fördervereine des unterhaus und des Fastnachtsmuseums, das Kabarettarchiv sowie die Pfarrer-Landvogt-Hilfe, die Mainzer Tafel und die Initiative Römisches Mainz (IRM).

Die Idee der Namensgebung entstand übrigens im Restaurant neben dem Staatstheater „Zum grünen Kakadu“, hier trafen Michael Bonewitz und seine Ehefrau Sabine zufällig auf Friedrich Hofmann, der im Kakadu Stammgast ist. Der frühere Till des MCC und zugleich kulturpolitischer Sprecher der FDP und Mitglied des Kulturausschusses schlug in der Diskussion um eine mögliche Straßen- oder Platzbenennung den Eingang zum Proviantmagazin vor, da sich hier die beiden künstlerischen Genres von Herbert Bonewitz wunderbar sinnbildlich vereinen lassen.