Am Dienstagnachmittag (30. August 2022) kam es zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und THW in der Straße „Am Obstgarten“ in Mainz-Mombach. Dort wurde eine Person bei Bauarbeiten verschüttet. Neben dem eigentlichen Einsatz hatte es die Feuerwehr auch mit einem renitenten Autofahrer zu tun. BYC-News war vor Ort.

Bei Bauarbeiten eingeklemmt

Wie Michael Ehresmann, Pressesprecher der Feuerwehr Mainz, vor Ort gegenüber dieser Online-Zeitung mitteilte, wurde die Feuerwehr gegen 13:45 Uhr zu der verschütteten Person alarmiert. Vor Ort eingetroffen stellte sich heraus, dass ein Bauarbeiter in der Baugrube feststeckte und bis unter die Brust verschüttet war. Zuvor hatte der Mann an einem Wohnhaus Erdmassen ausgegraben. Als die Grube etwa 1,90 bis 2 Meter Tief war, rutschten Teile der Erdmasse sowie Geröll wieder in die Baugrube, wobei die Person zwischen Erde und der Hauswand eingeklemmt wurde.

Die Einsatzkräfte rückten mit schwerem Gerät an – für die Befreiung zählte aber vor allem Muskelkraft

Die Feuerwehr sicherte zunächst die Grube ab, um zu verhindern, dass weitere Erd- und Geröllmassen nachrutschen. Anschließend wurde dem Bauarbeiter eine Feuerwehrjacke mit Rettungssystem angezogen. Mit der Jacke wurde er an der Drehleiter der Feuerwehr gesichert. Die Erdmasse wurde dann nach und nach abgetragen. „Das war relativ zeit- und kraftaufwändig. Anfangs haben wir mit Schaufeln gearbeitet, im weiteren Verlauf dann mit kleinen Schippen und am Ende mit Kochlöffeln und per Hand, denn in den letzten Zentimetern am Fußbereich wären wir anders gar nicht dran gekommen. Zeitgleich hat ein Bagger die Erdmassen im Außenbereich abgetragen, um weiteres Gewicht weg zu nehmen und uns abzusichern“. Auch das THW war vor Ort und nahm Absicherungs- und Rettungsmaßnahmen vor.

Die Rettungsaktion habe über eine Stunde gedauert, erklärt der Pressesprecher. Anschließend wurde der Mann dem Rettungsdienst übergeben und vom Notarzt untersucht. Dabei stellte sich glücklicherweise heraus, dass der Mann nur leicht verletzt wurde. Zur weiteren Behandlung wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

„Auch für uns war das kein gewöhnlicher Einsatz. Bei Temperaturen von über 30 Grad ist sowas natürlich auch für die Feuerwehr sehr schweißtreibend und anstrengend. Eine weitere Herausforderung war es, den Patienten in dieser Situation zu beruhigen, für ihn da zu sein und gleichzeitig natürlich schnellstmöglich zu arbeiten“, so Ehresmann.

Autofahrer fuhr Einsatzkraft über den Fuß

„Wir waren hier mit schwerem Gerät angefahren und haben entsprechend einen Teil der Straße blockiert und gesperrt. Es gab dabei einen Autofahrer, der damit offensichtlich nicht einverstanden war, unseren Weisungen nicht gefolgt, und zudem noch einer Einsatzkraft von uns über den Fuß gefahren ist. Da die Einsatzkraft Sicherheitsschuhe trug, wurde sie glücklicherweise nicht verletzt aber solche Dinge machen uns natürlich fassungslos. Für manche scheint es nichts Wichtigeres zu geben, als sich hier mit dem Auto durchzudrängeln, während gerade 55 Einsatzkräfte um ein Menschenleben kämpfen. Der Vorfall wurde an die Polizei übergeben und wird dort nun bearbeitet“, berichtet der Pressesprecher weiter.

Anwohner filmten den Einsatz

Während des Einsatzes standen außerdem zahlreiche Nachbarn um die Einsatzstelle herum und beobachteten das Geschehen – teilweise auch Mütter mit ihren Kindern. Augenscheinlich direkte Nachbarn hatten während der Rettungsaktion das Handy gezückt und die Maßnahmen mit auf Bildern oder Videos festgehalten. „Natürlich erregt ein so großer Einsatz Aufmerksamkeit. Wenn jemand der Meinung ist, er muss sowas festhalten, auch wenn ich nicht weiß was der Vorteil ist, dann kann er das gerne tun. Worauf wir natürlich achten ist, dass der Patient geschützt ist und seine Würde sowie seine Persönlichkeitsrechte gewahrt werden“, betont er abschließend.

Im Einsatz waren:

  • die Berufsfeuerwehr Mainz
  • das THW
  • der Rettungsdienst
  • die Polizei