Die Erweiterung des Gewerbeparks Ried in Wolfskehlen schreitet zügig voran: Mit der Nikola-Tesla-Straße und der Ferdinand-Braun-Straße sind zwei neue Straßen entstanden, an denen bereits auf den ersten Grundstücken gebaut wird, zugleich wurde die Oppenheimer Straße ausgebaut. Die nach elf Monaten vollendete Erschließung wurde nun von Bürgermeister Marcus Kretschmann offiziell vorgestellt.

Bürgermeister Marcus Kretschmann dazu

„Wir können stolz sein auf das, was hier entstanden ist und noch entsteht“, betonte Bürgermeister Kretschmann. Es wurden circa 400 Meter Straße mit Gehweg, Straßenbegleitgrün und Parkstreifen inklusive Straßenbeleuchtung gebaut sowie Entwässerungskanäle und Versorgungs- und Telekommunikationsleitungen gelegt. Vorsorglich auch verlegt wurden darüber hinaus Leerrohre. „Das macht die Stadt grundsätzlich bei jedem Bauprojekt, egal ob Wohngebiet oder Gewerbegebiet. Denn wir wissen nicht, was in Zukunft eventuell noch benötigt wird. Vor 60 Jahren hat man auch gedacht, nach Kupferkabeln braucht man nichts anderes mehr.“ Die neuen Straßenlaternen haben energiesparende LED-Leuchten, die vom Bürgersteig aus per Bluetooth steuerbar sind.

Zudem wurde die Oppenheimer Straße aufwendig ausgebaut und insbesondere auf eine erhöhte Sicherheit für Fußgänger und Radfahrende geachtet, die nun durch einen Grünstreifen mit Entwässerungsmulde von der Fahrbahn getrennt sind. „Das war uns sehr wichtig, weil der Weg zu den Einkaufsmärkten viel genutzt wird“, erklärte Bürgermeister Kretschmann. Insgesamt sei der Gewerbepark nun hervorragend in den ÖPNV eingegliedert durch den Busverkehr, für den nun zwei barrierefreie Bushaltestellen in der Oppenheimer Straße und der Albert-Einstein-Straße hergestellt wurden, sowie den S-Bahnhof. Bereits vorhanden war der Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof mit einer großen, überdachten Fahrradabstellanlage. Nun möchte der Bürgermeister noch eine Möglichkeit schaffen, E-Bikes sicher abzustellen. „Mit Riese & Müller kommt ja ein Spezialist für solche Themen nach Riedstadt“, so der Bürgermeister.

Ein insbesondere zum Thema Energiesparen spannendes Pilotprojekt von Stadt, ÜWG und LBBW Immobilien Kommunalentwicklung stellte Joachim Blum von der ÜWG vor:

Eine sensitive Straßenbeleuchtung erhellt den auch für Radfahrende freigegebenen Fußweg in der Oppenheimer Straße – aber nur, wenn er auch genutzt wird. Die zwölf Lichtmasten wurden mit konventionellen Bewegungsmeldern sowie sensorgesteuerten LEDs ausgestattet. Mit Beginn der Dämmerung arbeiten sie mit einer Grundlast von nur 20 Prozent. Nähert sich jemand, gehen die ersten drei Leuchten auf 100 Prozent, die anderen folgen mit der Bewegung, während die ersten nach drei Minuten wieder ausgehen. „Sie müssen sich das vorstellen wie ein Wellengang“, erklärte Blum anschaulich. Zwischen Mitternacht und 4 Uhr werden aber bei einer Aktivierung nur 70 Prozent des Lichts abgestrahlt. Dieses neue Verfahren spart nicht nur viel Energie, sondern tragen zum Tier- und Umweltschutz bei. Denn die verbauten Leuchten entsprechen den Anforderungen in Lichtschutzgebieten, zusätzlich werden durch die gezielte Lenkung des Lichts Flora und Fauna vor Lichtstreuung und unkontrollierter Beleuchtung geschützt.

Die LBBW entwickelt für die Stadt Riedstadt seit 2005 nach und nach den Gewerbepark Ried und hat auch die jetzige Erweiterung erschlossen, wie Projektleiter Karsten Reiß erläuterte. Ausführende Baufirma war die Albert Weil AG aus Limburg/Lahn, von denen Sebastian Meller bei dem Termin dabei war. Reiß bedankte sich für die langjährige Partnerschaft und betonte: „Eine so konstruktive Zusammenarbeit wie mit Riedstadt erlebe ich selten.“