Am Montag (5. September 2022) wurde die neue Kindertagesstätte im Gebäude der ehemaligen Zinn-Schule in der Pestalozzistraße im Stadtteil Gustavsburg eröffnet. Sie trägt den Namen „Lummerland“, angelehnt an das Kinderbuch „Jim Knopf“. BYC-News war vor Ort.

Drei Gruppenräume und viel Platz für die Kinder

In den Räumlichkeiten des Erdgeschosses wurde eine 3-gruppige Kindertagesstätte
mit 3 Gruppenräumen und den entsprechenden Nebenräumen eingerichtet. Die Nebenräume sind die Kinder- und Personaltoiletten, eine Küche, das Leiterinnenbüro, Personalraum und ein Mehrzweckraum, sowie ein Bewegungsraum im Untergeschoss. Im Obergeschoss sollen bis zum Jahreswechsel Räumlichkeiten für die Kinder- und Jugendarbeit, sowie für die Seniorenarbeit entstehen. Noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen und auch in der Kita gibt es noch einige Kleinigkeiten zu tun, die ersten Kinder sind jedoch bereits dort. In den kommenden Wochen soll die Kita weiter eingerichtet werden, sodass schon bald alle drei Gruppenräume mit Leben gefüllt sind.

Ab dem 15. September 2022 wird auch die liebevoll gestaltete Außenspielfläche fertiggestellt sein. Ab dann können die Kindergartenkinder draußen toben und die neuen und zahlreichen Spielgeräte erkunden.

Durchgeführte Baumaßnahmen 2022

Der Brandschutz und die Rettungswege musste den heutigen Anforderungen angepasst werden. Hierfür wurden unter Anderem in beiden Geschossen neue Ausgänge mit Fluchttreppen an den Stirnseiten der Flure gebrochen. Der rückwärtige Ausgang im Erdgeschoss ist gleichzeitig der Zugang zu dem neuen Außenspielbereich der Kita. Für die barrierefreie Erreichbarkeit alle Räumlichkeiten wurde ein Aufzug angebaut. Der Aufzug und die neue Fluchttreppe wurden bewusst mit leichtem Abstand vom Gebäude am Gebäudegiebel im Westen angeordnet und in Absprache mit den Denkmalbehörden modern abgesetzt, sodass sie nicht in Konkurrenz zu dem denkmalgeschützten Altbau stehen. Die Stahltreppe wird um den Aufzugsturm herum geführt und erhält eine mittelgraue Beschichtung, der Aufzugsschacht wird in Anlehnung an den historischen Sandsteinsockel mit Sandsteinplatten aus Leistädter Sandstein verkleidet. Ansonsten wurden keine Eingriffe in die Fassade vorgenommen. Der komplette Sockel des Gebäudes wurde freigelegt und abgedichtet. Sämtliche Grundleitungen wurden in diesem Zuge erneuert, da sie in desolatem Zustand waren.

Ein historisches Gebäude in Gustavsburg

Das Gebäude der ehem. Georg-August-Zinn-Schule wurde 1908-1909 von der Gemeinde Gustavsburg als ,Volksschule‘ gebaut. Am 11. April 1909 erfolgte die Einweihung der Schule mit acht Klassenräumen und zwei Diensträumen des 1. Beigeordneten der Gemeinde im Erdgeschoss. 1955 wurde auf dem Grundstück der Volksschule ein Erweiterungsbau mit 12  Klassenräumen errichtet, der heute von Vereinen genutzt wird. Nach dem Neubau der Gustav-Brunner-Schule 1972 nutzte die Sonderschule für lernbehinderte Kinder die freigewordenen Räume der Georg-August-Zinn-Schule. 2020 wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Gebäude ging in den Besitz der Stadt Ginsheim-Gustavsburg über. Das Gebäude der ehemaligen Georg-August-Zinn-Schule steht unter Denkmalschutz. Sämtliche Maßnahmen wurden in enger Absprache mit den Denkmalbehörden geplant.

Das Gebäude

Das Gebäude wurde in massiver Bauweise errichtet. Die Wände des Untergeschosses bestehen aus Stampfbeton, sämtliche Innen- und Außenwände wurden in Mauerwerk hergestellt. Der zimmermannsmäßige Dachstuhl wurde als Pfettendachkonstruktion mit Sprengwerken errichtet, die Dachdeckung besteht heute aus Betondachsteinen. Bauliche Veränderungen bis 2020 Das Gebäude befindet sich weitestgehend im ursprünglichen Zustand von 1909. Lediglich die ehemals massive Überdachung des Hofeingangs wurde 2003 in Stahlbauweise erneuert. Die Dachgauben wurden entfernt und die ehemalige Biberschwanzdeckung durch Betondachsteine ersetzt.