ESWE Verkehr hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen Wirtschaftsplan für 2023 vorgelegt, in dem gegenüber der ursprünglichen Planung 33 Millionen Euro eingespart wurden. Der Magistrat hat den Wirtschaftsplan am Dienstag, 22. November, beschlossen.

Der Zuschussbedarf für 2023 war von der alten Geschäftsführung vor zwei Jahren auf rund 87 Millionen Euro beziffert worden

Nach dem Stopp des Projekts „Range-Extender-Busse“ durch den Verkehrsdezernenten im Sommer letzten Jahres, wodurch für das Jahr 2023 Mittel in Höhe von rund 20 Millionen Euro eingespart werden konnten, hat die neue Geschäftsführung nun weitere Sparmaßnahmen umgesetzt. Trotz der immensen Energiekostensteigerungen, von denen ESWE Verkehr mit Ladestrom und Diesel besonders betroffen ist, ist es durch das Maßnahmenpaket gelungen, den Zuschussbedarf von 87 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro zu reduzieren.

Verkehrsdezernent Andreas Kowol

„Es ist unsere Aufgabe, den Wiesbadener ÖPNV weiterzuentwickeln, und gleichzeitig die vorhandenen Mittel möglichst wirtschaftlich und effizient einzusetzen. Durch die Einsparung von 33 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Mittelfristplanung ist hier eine Schlankheitskur für ESWE Verkehr gelungen, ohne dass bestehende Busverbindungen gestrichen werden mussten. Besonders wichtig ist mir dabei, dass die Planung bei den Personalkosten keine Kürzung vorsieht, sondern eine sukzessive Erhöhung“, betont Verkehrsdezernent Andreas Kowol.

Größter Einsparposten ist der Verzicht auf die teuren und technisch noch nicht ausgereiften 140 Range-Extender-Busse, deren Anschaffung unter der alten Geschäftsführung geplant gewesen war. „Bei der Elektrifizierung der Busflotte verfolge ich gemeinsam mit der ESWE-Geschäftsführung die Linie ‚Gründlichkeit vor Schnelligkeit‘. Wir müssen nicht immer der Erste sein – manchmal ist es klüger, sich erst einmal zu konsolidieren, um dann vom technologischen Fortschritt zu profitieren“, so Kowol. Grundsätzlich solle die Zahl unterschiedlicher Fahrzeugtypen nicht zu groß werden, um optimale Abläufe, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Einen kleineren Effekt für 2023 haben zudem das Aus für die CityBahn mit einer Einsparung von 5 Millionen Euro sowie die Verschiebung des neuen Fahrradverleihsystems mit einer Einsparung von 0,7 Millionen Euro

Als verbleibende Risiken werden im Wirtschaftsplan weitere Energiekostensteigerungen sowie die Auswirkungen des 49-Euro-Deutschlandtickets benannt. Beides sind Rahmenbedingungen, von denen alle Verkehrsunternehmen bundesweit betroffen sind. Im Wirtschaftsplan enthalten ist der Einstieg in die Ostlinien, die ab dem 5. März 2023 mit einem Basisangebot an den Start gehen werden.

Kowol weist zudem auf zwei besondere Zukunftsinvestitionen hin, die im Wirtschaftsplan vorgesehen sind. Mehr Komfort aus Kundensicht werde eine neue App bringen, über die – neben anderen Vertriebskanälen – der Ticketkauf erleichtert wird. Hier wird ab 2023 die preisgünstige Fünfer-Sammelkarte, aber auch das neue 49-Euro-Deutschlandticket sowie das geplante 15-Euro-Schülerticket erhältlich sein. Als weitere Zukunftsinvestition ist erstmals auch ein Budget für Planungsleistungen für den zweiten Betriebshof vorgesehen (0,3 Millionen Euro).

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