Die mächtige Burgruine Landskron ist Zeuge einer wechselhaften Geschichte. Die Burg thront seit Anfang des 13. Jahrhunderts auf dem Berg von Oppenheim in Rheinland-Pfalz und erlaubt einen fantastischen Ausblick über die Rheinebene.


Wechselhafte Geschichte der Burg Landskron

Aufgrund seiner strategisch und verkehrstechnisch günstig gelegenen Position am Rhein erhielt das ehemalige Königsdorf Oppenheim die Erteilung der Marktrechte im Jahre 1008. Daraufhin begannen die Staufer diesen Ort als Stützpunkt auszubauen und errichteten ihr „praesidium“. Diese Befestigung wurde allerdings bereits 110 Jahre später durch Truppen des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken zerstört.

Die eindrucksvolle Geschichte des Bauwerks ist hier aber noch nicht beendet. Vermutlich im Jahre 1220 wurde an der Stelle des ehemaligen „praesidium“ die Burg von Oppenheim errichtet. Die Burginsassen versuchten Privilegien, Kontrolle und Beeinflussung von Politik und Justiz des ehemaligen Königsdorfs zu erlangen. Dies erzeugte Spannungen mit der Oppenheimer Bürgerschaft. Im königsfreien Interregnum zerstörten die Bürger im Jahre 1257 schlussendlich die Burg. Der neue Interregnumskönig Richard von Cornwall versprach den Stadtbewohnern Zeit seines Lebens keine Burg mehr innerhalb der Stadtmauern zu errichten.

Als 1273 Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König gewählt wurde, ließ er diese Burg sofort wieder aufbauen. Der Oppenheimer Bevölkerung gefiel dies nicht und sie zerstörten die Burg im Jahre 1275 erneut. König Rudolf verpflichtete die Stadt daraufhin, die Burg auf eigene Kosten, stärker und imposanter als zuvor, wieder aufzubauen. Einige hundert Jahre später (1620), nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, nahmen spanische Truppen die Burg ein. Elf Jahre später nahmen die Schweden die Burg ein. 1689 ließ der französische General Ezéchiel du Mas (Mélac) neben der Stadt Oppenheim auch die Burg Landskron zerstören. Zwar gab es auch zu Beginn des 18. Jahrhunderts nochmals Pläne, die Burg erneut aufzubauen, allerdings wurden diese nie in die Tat umgesetzt.

Im 19. Jahrhundert wurden die Ruinen der Burg Landskron der Stadt Oppenheim übergeben, und gingen 1978 in Besitz des Landes Rheinland-Pfalz über. Das Land Rheinland-Pfalz ließ daraufhin, zwischen den Jahren 1990 und 1994, umfangreiche Sanierungen und archäologische Untersuchungen ausführen. Unterstützt wurden diese Untersuchungen und Sanierungen von der sogenannten „Maulwurf-Kompanie“, einer Gruppe von Menschen, welche sich zusammengeschlossen haben, um die wechselhafte Geschichte der Burg, Touristen und Besuchern zu präsentieren. Ihr Ziel ist dabei das Ausgraben, die Freilegung, die Konservierung und schlussendlich die Präsentation für Besucher von allen möglichen, auffindbaren Bestandteilen der Burgruine.

Heutige Burgruine

Auch heute noch sind erhebliche Teile der Burgruine vorhanden. Diese heute noch erhaltenen Mauerbestandteile der Burgruine spiegeln die wechselhafte Geschichte des Gebäudes und dessen Wiederaufbauten eindrucksvoll wieder. Je nach Zeitpunkt des Wiederaufbaus sind deutliche Unterschiede in den verschiedenen, damals aktuellen Baustilen, in dem Gebäude repräsentiert. Beispielsweise können deutliche Unterschiede in den einzelnen Fensterformen der Ruine festgestellt werden. Auch der erhaltene Burgbrunnen aus dem 13. Jahrhundert ist eine weitere Besonderheit der Ruine.

Als Ausflugsziel bietet sich die Burg Landskron allemal an. Die Ruinen geben einen Einblick in eine spannende und wechselhafte Geschichte. Auch Führungen, durchgeführt von qualifizierten Moderatoren, die einen weiten Einblick in die Geschichte, die Kaiser, Könige und Eroberer rund um die Burg Landskron geben können, können gebucht werden. Interessiert man sich weniger für die Geschichte, belohnt einen auch der weitläufige Ausblick über Rheinhessen und die Rheinebene, welcher von der Burgruine aus möglich ist. Bei gutem Wetter sind sogar Frankfurt und der Odenwald sichtbar. Mit Hilfe eines Fernglases kann dann sogar die Hornisgrinde, der höchste Berg des Nordschwarzwaldes, betrachtet werden.

Weitere Veranstaltungen

Die Burgruine Landskron dient auch als Freilichtkulisse für die Oppenheimer Theaterfestspiele. Zudem ist sie Austragungspunkt eines Mittelaltermarkts und Spectaculum der Stadt. Die Burgruine ist auch Ausgangs- und Endpunkt eines Weinlehrpfads, welcher durch die Weinberge zum Deutschen Weinbaumuseum führt