Wer hat es dieser Tage nicht schon gehabt, das Gefühl, seinen eigenen vier Wänden nicht mehr entfliehen zu können? Seien wir ehrlich, das Homeoffice ist nicht für jedermann. Wo besonders introvertierte Menschen über mehr Ruhe jubeln, ist es Menschen, die die Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen an ihrem Arbeitsplatz am meisten schätzen, ein Graus, mit sich allein zu sein. Und auch manche Eltern können der Doppelbelastung durch Konzentration bei der Arbeit und Pflege der Kinder nicht viel Gutes abgewinnen.

Dennoch hat sich die Haltung gegenüber dem Homeoffice für viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über die Zeit des Lockdowns hinaus geändert. So haben Studien ergeben, dass sich die Arbeitsleistung im Homeoffice für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöht. Grund dafür ist der soziale Druck, der herrscht, wenn man das noch immer von vielen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern als Privileg erachtete Homeoffice nutzt.

Somit stimmt das Klischee, dass im Homeoffice weniger gearbeitet würde, weil ja niemand zuschaut, rein gar nicht. Dass zum Beispiel ein Arbeitnehmer während der Arbeit im Internet nach Casinos Online Deutschland sucht, um in einer Spielhalle seiner Leidenschaft für Glücksspiele nachzugehen, ist eher unwahrscheinlich. Tatsächlich machen sich viele wegen der Heimarbeit Druck, mehr leisten zu müssen. Hier wird also weit weniger zusätzlich im Internet gesurft oder Zeit in der Kaffeeküche mit den Kolleginnen und Kollegen verquatscht.

Durch das Wegfallen von örtlichen Grenzen ist es außerdem schwierig, die Arbeit am Ende des Tages gehen zu lassen. So wird dann auch im Feierabend noch schnell eine E-Mail gecheckt, die man im Büro niemals gesehen hätte. Die Leistungssteigerung ist also, rein wirtschaftlich gesehen, besonders positiv für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Laut Untersuchungen liegt sie bei 13%.

Dass auch nach 2021, mit oder ohne einen weiteren Lockdown, mehr Homeoffice möglich ist, steht für viele damit außer Frage. Doch Homeoffice muss damit nicht unbedingt heißen, dass man erneut 24/7 in seine vier Wände eingesperrt wird. Wir haben uns daher einige Alternativen für Sie angeschaut, die das Homeoffice ersetzen oder verbessern können.

Homeoffice im Coworking Space

Es erscheint vielleicht etwas absurd, da man schließlich 2020 ins Homeoffice geschickt wurde, um nicht mit anderen Menschen in einem Raum zu sitzen. Doch eine Alternative für alle, die Zuhause kein stabiles Internet besitzen, die von einer Baustelle vor dem Fenster gequält werden oder die einfach am Ende des Tages wirklich Feierabend haben möchten, ist das Mieten eines Arbeitsplatzes in einem sogenannten Coworking Space.

Dafür zahlen, damit man arbeiten kann? Das ist natürlich in erster Linie ein Kosten-Nutzen-Vergleich. Schließlich sind Arbeitsplätze in einem Coworking Space oft nicht billig. Coworking ist allerdings eine Option, die in verschiedenen Erscheinungen daherkommt. Von einem kleinen Büro, das einen Schreibtisch frei hat, bis hin zur großen Halle mit Hunderten Freelancern. Man bezahlt für die Infrastruktur, zum Beispiel für Strom, WLAN, Kaffeeküche und Sanitäreinrichtungen. Hierbei sind stündlich genutzte Arbeitsplätze genauso möglich wie ganze Jahresabos.

Der Vorteil liegt dabei auf der Hand. Man kann zu festen Zeiten in ein Büro außerhalb des Hauses gehen, um dort hin und wieder mit Gleichgesinnten in der Pause ins Gespräch zu kommen. Ein echtes Office eben, nur arbeitet hier jeder an anderen Projekten. Gerade Freelancer nutzen diese Arbeitsplätze gerne. Bevölkerten noch vor Corona Tausende von ihnen täglich die Cafés der Stadt und blockierten freie Tische mit ihren Laptops, sind viele Freelancer mittlerweile auf diese Option umgestiegen. Der Trend dazu wird wohl auch in Zukunft für viele attraktiver.

Bürogemeinschaften

Wer bei Coworking Spaces zu viel Unruhe durch wechselnde Coworker befürchtet oder Sorge hat, diese Möglichkeit aufgrund eines weiteren Lockdowns zu verlieren, kann sich auch auf die Suche nach einer festen Bleibe machen. Hierzu bieten sich Bürogemeinschaften an. Wer also schon einmal bei einem Anwalt war, der sich das Büro mit einem Innendesigner geteilt hat, weiß in etwa, was sich dahinter verbergen kann. Ein Vorteil dieser Option ist, dass man eine feste Adresse hat, zu der man Post schicken und auch mal einen Kunden oder eine Kundin einladen kann.

Für manche ist es sogar möglich, einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für das Büromanagement einzustellen. Auch die Kosten dafür lassen sich bei einer Bürogemeinschaft teilen. Wer es mit seinem Coworker geschickt anstellt, der macht es so möglich, dass zum Beispiel auch im Urlaub weiterhin die Post geöffnet oder das Telefon bedient wird.

Mastermind-Gruppen

Eine weitere Option ist die Gründung einer Mastermind-Gruppe. Das hört sich nach einem Geheimbund an? Das ist es nur im übertragenen Sinn. Bei einer Mastermind-Gruppe geht es darum, dass sich verschiedene Menschen zu einer Gruppe zusammenschließen, um zeitgleich im Stillen zu arbeiten. Hier wird also nicht gemeinsam gebrainstormt, wie man die Probleme der Welt lösen kann. Tatsächlich kommt man hier nur mit Gleichgesinnten oder vielmehr Homeoffice-Geplagten zusammen. Andere Überschneidungspunkte, was die Arbeit selbst betrifft, finden sich hier eher nicht.

Der Ort für die Zusammenkunft kann dabei ein Café oder der Park sein. Ziel ist es, zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammenzukommen, um die Arbeit am Laptop konzentriert und erfolgreich hinter sich zu bringen. Man muss also relativ flexibel sein. Jemand, der viel telefonieren muss, wäre bei diesen Gruppen auch unerwünscht oder müsste sich zumindest zeitweise aus der Gruppe entfernen. Das  Prinzip ist ähnlich wie das der Coworking Spaces, nur fallen hier die Kosten für die Büromiete weg.

Da nicht alle Cafés gewillt sind, für Stunden Laptop-Arbeitende zu bewirten, die meist nur einen Kaffee bestellen, muss das meist mit den Orten abgestimmt werden, bei denen man als Gruppe aufschlagen will. Der Vorteil der Zusammenkunft mit Gleichgesinnten ist jedoch nicht zu unterschätzen. Gerade wer sich gerne zuhause ablenken lässt, wird den Druck eines konzentrierten Arbeitens in der Gruppe gut gebrauchen können. Es ist ein bisschen wie Nachsitzen, nur ohne Lehrer. Jedoch mit der Aussicht, nach der Arbeitsphase noch ein Pläuschchen zu halten.

Der Ort ist entscheidend

Wichtig ist jedoch auch hier der Ort, denn nicht überall kann man immer konzentriert arbeiten. Wem soziale Kontakte weniger wichtig sind als die Ruhe, für den ist vielleicht die Stadtbibliothek ein Ort, in dem man die nötige Konzentration findet. Hier teilt man sich den “Arbeitsplatz” meist mit vielen Studierenden, die ebenfalls die Flucht aus ihren WGs angetreten sind. Doch hier verhält es sich häufig wie mit den besten Strandkörben am Strand. Je später man aufsteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, keinen Platz mehr zu bekommen.