Die aktuelle Fußball-Bundesliga-Saison steht kurz vor ihrem Abschluss. Für den FSV Mainz 05 geht es bereits um wenig, denn der Verein hat weder mit dem Abstieg, noch mit dem europäischen Geschäft etwas zu tun. Die Mannschaftsverantwortlichen um Trainer Bo Svensson, Vorstandsvorsitz Stefan Hofmann sowie Manager Christian Heidel können sich bereits jetzt auf die Vorbereitungen für die nächsten Saison konzentrieren. Buchmacher jedoch erwarten keine erfolgreiche nächste Saison in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

Es war eines der Highligts der Mainzer Fußball-Saison: Am 32. Spieltag wurde der derzeitige und zukünftige deutsche Meister, der FC Bayern München, in der Mewa Arena mit 3:1 geschlagen. Dabei war der Erfolg über den Rekordmeister keinesfalls Glück, denn der FSV entwickelte an diesem Tag mehr Torgefahr und beschoss das Tor von Sven Ulreich deutlich häufiger, als der Gegner es ihrerseits tat. Dennoch verlief die Saison der Mainzer mit einem Mittelfeldplatz in der Liga und einem DFB-Achtelfinaleinzug, der vor allem in der ersten Runde gegen den Viertligisten aus Elversberg auf der Kippe stand, insgesamt lediglich durchschnittlich. Fußball-Wettanbieter vermuten zudem nächste Saison eine schwächere Spielzeit des Karnevalvereins.

Lediglich im unteren Mittelfeld

Betrachtet man die Saison-Quoten für die Spielzeit 2022/23 beim deutschen Marktführer Tipico, so stuft das Unternehmen den FSV lediglich auf Platz 12 im Meisterschaftsranking ein. Obwohl der FSV seit 2009 in der Beletage des deutschen Fußballs spielt, werden lediglich Augsburg, Hertha BSC, Stuttgart und Bielefeld schlechter gerankt, wobei mindestens einer dieser Vereine in der nächsten Saison nicht mehr erstklassig spielen wird.

Auch bei anderen Bookies schätzt man die Chancen ähnlich ein. Vertrauen in eine erfolgreiche Saison ist derweil rar gesät. Bwin sieht die Hertha sogar noch vor dem FSV, der damit auf Platz 13 rutscht und somit derzeit lediglich vier Bundesligisten hinter sich lässt.

Mainz stagniert seit Jahren

Der Hauptgrund für diese Einschätzung dürften die letzten Jahre sein, in denen der FSV sich zu einer grauen Maus der Liga entwickelte. Verglichen mit den letzten fünf Saisons, bei denen man immer zwischen Rang 15 und 12 stand, ist die aktuelle sogar relativ zufriedenstellend. Dennoch wird deutlich, dass nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, die 2016/17 zur direkten Teilnahme an der Europa League berechtigte, der nächste Schritt verpasst wurde. Seither war man Stammgast im unteren Bereich des Tableaus.

Finanzielle Begrenztheit

Das man in Rheinland-Pfalz fußballerisch derzeit da steht, wo man eben steht, hat aber auch einen weiteren Faktor: Geld. Eben jenes besitzen die Mainzer nicht in den Mengen, wie die großen Klubs der Liga. Auch auf die Finanzen eines Mäzens wie im 130km südlich gelegenen Sinsheim kann in Mainz nicht zugegriffen werden.

Dennoch muss man feststellen, dass andere Vereine unter ähnlichen Umständen derzeit mehr aus ihren Möglichkeiten machen. Paradebeispiele sind dabei vor allem der SC Freiburg und der 1. FC Union Berlin. Insbesondere dem Verein aus Berlin-Köpenick hat man die letzten Spielzeiten seit dem Aufstieg in die Bundesliga nicht viel zugetraut und das Team von Urs Fischer wurde als Topkandidat auf den Abstieg gehandelt. Seitdem hat man dem Berliner Rivalen aus dem Westen der Stadt nicht nur den Rang abgelaufen, sondern spielt die zweite Saison in Folge um die Europapokalplätze mit. 

Steigerungspotenzial durch clevere Transfers

Durchaus denkbar, dass sich der FSV die nächste Spielzeit erneut dort wiederfindet, wo er jetzt steht. Um dies zu verhindern, braucht es von den Verantwortlichen ein gutes Transferhändchen in der Sommerpause. Dann ist nicht auszuschließen, dass Mainz die Rolle von Union Berlin oder dem SC Freiburg einnehmen kann und in der Liga überrascht.