Liegt die Zukunft im Online-Handel? Die letzten 1,5 Jahre haben gezeigt, dass veränderte äußere Bedingungen bestimmte Prozesse stark beschleunigen können. Wahrscheinlich bastelt mittlerweile jeder kleine lokale Händler an seiner eigenen Internet-Präsenz, wenn er sich nicht schon vorher einen Zugang zum digitalen Markt geschaffen hat. Die großen Konzerne haben diesen Weg schon lange hinter sich, sie kämpfen im Netz bereits seit Jahren um ihre Marktanteile. Aber auch sie müssen sich weiterentwickeln, ihr Online-Sortiment vergrößern, den Service modernen Ansprüchen anpassen. An Rheinland-Pfalz geht das alles nicht spurlos vorüber.

Online-Shopping versus Einkaufsbummel: Kampf der Giganten

Was waren das noch für Zeiten, als die Bestellung bei Amazon zu den Ausnahmen gehörte und der (mehr oder weniger) gemütliche Shopping-Bummel die Normalität darstellte! Anders als heute, sollte man meinen. Ob besser oder schlechter, das kommt auf die Sichtweise des jeweiligen Kunden an: Einige Menschen freunden sich eher mit den neuen Bedingungen an als andere. Wer die Fahrt in die Stadt im vollgepackten Bus oder mit aufwendiger Parkplatzsuche schon immer als stressig empfunden hat, der wird das entspannte Sofa-Shopping begrüßen. Kunden, die den Einkaufstrip jedoch wie eine Art Feiertag zelebrierten, trennen sich eher schwer bis gar nicht von ihrem ans Herz gewachsenen Hobby. Nicht wenige Käufer mögen einen Mix aus beidem: Mal schnell mal was im Netz ordern – und den Rest aus der Einkaufsstraße shoppen.

Die Entwicklung betrifft auch den Freizeitspaß

Die scharfe Verschiebung in Richtung Online-Shopping, die in den letzten anderthalb Jahren stattfand, wird sicher nicht in vollem Umfang erhalten bleiben. Doch eines scheint sicher: Jetzt sind viel mehr Menschen auf den Geschmack des bequemen Online-Einkaufs gekommen, haben ihn zur neuen Gewohnheit gemacht und werden nicht mehr vollständig davon weichen. Der Trend bei den Händlern kommt ihnen entgegen, denn auch ihr Geschäft hat sich verändert, wurde verstärkt ins digitale Reich verlagert. Das gilt übrigens nicht nur für die üblichen Geschäfte, die sich in unseren Innenstädten scharen, sondern auch für Spielbanken, denn:

Wer dachte, ein unterhaltsamer Abend im lokalen Casino ist durch nichts zu ersetzen, unterliegt einer Täuschung! Auch die Welt der Spielbanken hat sich deutlich in den digitalen Raum ausgedehnt, nicht nur begünstigt durch die neuesten Entwicklungen. Plattformen wie das PokerStars Vegas bieten mittlerweile Spiele an, die den Unterschied zum realen Spiel so gut wie nicht mehr erkennen lassen. So lässt sich der prickelnde Nervenkitzel via Smartphone oder Laptop auch von zu Hause ungehemmt genießen. Mit einem schmackhaften Drink in der Hand stimmt sogar die Atmosphäre; leider fehlt der Barkeeper, der den Cocktail professionell zubereitet.

Heimische Kino-Atmosphäre und virtuelle Treffpunkte

Auch das Kino ist mittlerweile zum Wohnzimmer-Event geworden, die meisten Fernsehbildschirme haben längst die passende Größe dafür erreicht. Manch ein User nutzt auch seinen Beamer, um eine weiße Wand oder eine Leinwand anzustrahlen und somit ein authentisches Cinema-Feeling zu erzeugen. Die heutigen Geräte bieten eine derart hohe Auflösung, dass die Zuschauer ganz tief im Film versinken können, auch wenn sie nur daheim auf der Couch statt im Kinosessel hocken. Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Instant Video erleben einen nie da gewesen Boom, dazu noch eine Schüssel Mikrowellen-Popcorn, Cola und Bier: Schon kommt der heimische Kino-Abend prächtig in Gang.

Ähnlich wichtig sind Portale wie Youtube und Twitch geworden, um sich Tag für Tag mit mehr oder weniger wichtigen Informationen zu versorgen. Der eigene Kanal dient der Selbstdarstellung, schafft Kontakt nach außen und gibt jedem, der will, eine internationale Bühne. Da hält der heimische Marktplatz kaum mit, zumal sich nur selten jemand traut, dort dasselbe zu machen wie auf dem selbst aufgebauten Youtube-Kanal. Wer sich von Haus aus als Künstler betätigt, dem ist das Rampenlicht nicht fremd – und die digitalen Plattformen bieten ihm / ihr ergänzende Entfaltungsmöglichkeiten sowie die Option für weitgestreute Werbung.

Aber wie steht es mit geselligen Treffen, dem gemeinsamen Kaffeetrinken, dem Musizieren und Diskutieren? Auch hier ist eine Umstellung erfolgt, Online-Plattformen wie Zoom und Skype hatten nie einen regeren Zulauf. Sich gegenseitig auf dem Bildschirm zu sehen, zuzuprosten und ins Gespräch zu kommen, das ist zwar nicht dasselbe wie ein Live-Erlebnis. Doch immerhin erspart es lange Wege und lässt sich zumindest als Zwischenlösung wunderbar nutzen. Ein kurzes Online-Treffen am Abend oder zum Frühstück ist nämlich immerhin besser als gar nichts, und demnächst sehen wir uns garantiert wieder „in echt“.

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Symbolbild: pixabay.com

Prognose: Wie sieht unsere Zukunft aus?

Sicher werden wir morgen nicht plötzlich in einer Online-Welt leben, auf den Bildschirm gebannt, abgeschnitten vom analogen Dasein. Eher wird es demnächst auch wieder eine Phase der Rückentwicklung geben, zurück in die stationären Läden, die örtlichen Kinos, die geliebten Cafés. Ob allerdings alles wieder genauso wird wie früher, ist fraglich. Denn wir sind auf den Geschmack gekommen, haben unsere Gewohnheiten geändert und wissen vielleicht mehr denn je unsere eigenen vier Wänden mitsamt der modernen Technik zu schätzen. Nie zuvor war uns so sehr bewusst, dass es verlockende Alternativen zum herkömmlichen Leben gibt – und darauf zurückzugreifen fällt deutlich leichter als zuvor. Genauso haben wir den Wert des analogen Seins erst richtig erkannt und können die glücklichen, authentischen Augenblicke mehr denn je genießen.