Seit 1971 ist die Rettungsgasse in Deutschland gesetzlich verankert, doch in der Realität funktioniert sie nur in den seltensten Fällen.

In einer Auswertung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird deutlich, dass auch knapp 50 Jahre nach Einführung der Rettungsgasse in etwa 80 Prozent der Fälle nicht funktioniert. In 20 Prozent reagieren die Verkehrsteilnehmer, trotz Sondersignal, zum Teil sogar gar nicht und verhindern so ein schnelles Durchkommen zur Einsatzstelle. Und dieses, obwohl für die Verletzten jede Sekunde entscheidend sein kann.

Jetzt haben vier Designer aus Südkorea eine Idee für den sogenannten „Median AMB“ entwickelt. Hierbei fährt ein Rettungsschlitten über die Mittelleitplanke einfach am Stau vorbei zur Unfallstelle.

Im Median AMB finden zwei Mediziner und ein Assistent sowie eine Trage Platz. Foto: Median AMB | Quelle: DEKRA

In dem Rettungsschlitten ist neben einer Trage noch Platz für zwei Mediziner und einen Assistenten. Da der Rettungsschlitten an beiden Seiten mit je einer Schiebetür ausgestattet ist, können die Einsatzkräfte in beide Fahrtrichtungen aussteigen. So kann der Verletzte an der Unfallstelle erstversorgt und dann im Rettungsschlitten zum eigentlichen Krankenwagen gebracht werden.

Für ihre Idee erhielten die vier Koreaner nun den „Red Dot Design Concept Award 2018“. International gilt der Award als Qualitätssiegel für gute Gestaltung und wird jährlich in den Kategorien Produktdesign, Marken und Kommunikation sowie für Konzepte vergeben.

Rettungsgasse – ganz einfach

Quelle: DEKRA | Rechte-Hand-Regel: In Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern mit Rechtsverkehr hilft die Rechte-Hand-Regel, eine Rettungsgasse zu bilden. Der Daumen steht für die linke Spur. Die anderen Finger repräsentieren die anderen Spuren. Die Lücke dazwischen stellt die Rettungsgasse dar. Illustration: Michael Stach

In Deutschland ist die Bildung der Rettungsgasse nach §11 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung verpflichtend: Die Autos auf dem linken Fahrstreifen ziehen nach links, alle anderen Fahrzeuge orientieren sich nach rechts. „Wichtig dabei ist, die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr zu bilden“, sagt DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf. „Sobald man steht, ist es fast unmöglich, sie noch im Nachhinein zu bilden.“

Außerdem sei zu beachten, genügend Abstand zum vorausfahrenden Auto zu halten, um eventuell noch manövrieren zu können. „Erst wenn der Verkehr wieder fließt, darf die Rettungsgasse aufgelöst werden.“

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